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Rommerskirchen
Schlange-Stehen für ein Baugrundstück

Rommerskirchen: Schlange-Stehen für ein Baugrundstück
Gestern Morgen um 7.45 Uhr ist Warten auf den Start der Grundstücks-Vergabe im Rathaus angesagt: Mariola Wegener (r.) unterhält sich mit Brigitte Schiffer (M.). Für auswärtige Bauwillige sind nun nur noch 13 Grundstücke frei. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die ersten 31 der 44 Grundstücke des Neubaugebietes "Steinbrink" sind seit gestern Mittag reserviert. Einige Rommerskirchener haben für ihr Wunsch-Heim fünf Tage und Nächte auf dem Rathaus-Flur verbracht. Von Carina Wernig

Das Stimmengewirr nimmt zu, je höher man das Rathaus-Treppenhaus bis zur zweiten Etage hinaufsteigt. Kaffeeduft zieht durch den Flur, durch den normalerweise nur Rathausmitarbeiter gehen. Lachen ist zu hören, und doch ist trotz der entspannten Atmosphäre eine leichte Ungeduld zu spüren. Denn vor dem Raum 2.05 haben sich seit Donnerstag immer mehr Rommerskirchener in eine Schlange eingereiht, um gestern Morgen unter den ersten Bietern zu sein, die der Gemeinde ihr Kaufangebot für ihr Wunsch-Grundstück im großen Neubaugebiet "Steinbrink" abgeben und es damit reservieren. 31 Rommerskirchener haben von dieser Chance auf ihr neues Heim bis gestern Mittag Gebrauch gemacht.

Und dafür haben einige Bauwillige bis zu fünf Tage und Nächte, zum Teil auf Matratzen, im Rathaus-Flur verbracht. Die Gemeinde hat den Wartenden Stühle gestellt - und sie mit Strom-Anschluss auch für die mitgebrachte Kaffeemaschine versorgt. Natürlich durften die zukünftigen Eigenheim-Besitzer auch rund um die Uhr die Besucher-Toiletten benutzen - und kamen auch abends und nachts aus dem ansonsten abgeschlossenen Rathaus an der Bahnstraße hinaus und wieder hinein. "Normalerweise ist nach 20 Uhr alles abgeschlossen und die Alarmanlage scharf gestellt", erläutert Marie Broekmans, Referentin des Bürgermeisters Martin Mertens. Nun sahen auch Ordnungsamts- und andere Rathausmitarbeiter immer wieder nach, ob es den Wartenden an nichts fehlte.

Die meisten ließen sich ablösen. "Wenn man das aufteilt, dauert das gar nicht so lang", sagt einer der Wartenden, die sich mit Lesen, Musik hören und Quatschen die Zeit vertrieben. Und falls das Schlafbedürfnis doch mal zu groß wurde, hatten sich einige eine Matratze in die Ecke gelegt. "Es ist ja nicht so, als wären wir hier weit weg von allem", weist einer darauf hin, dass genügend Speisen und Getränke vorhanden waren. Und das Schönste für die meisten - neben der Gewissheit, sein Grundstück nicht nur sicher zu haben, sondern es sich auch noch je nach Startnummer aussuchen zu können: "Die Gemeinschaft untereinander ist schon toll", sagt eine junge Frau, die sich auf ihre Nachbarn freut. Das sieht auch Mariola Wegener so, die für ihre Tochter und ihren Schwiegersohn ansteht: "Da kriegen die Kinder eine Super-Nachbarschaft, ganz viele junge und nette Leute." Und auch das ist auffällig: Ganz ruhig gehen die Rommerskirchener - nach der Reihenfolge ihrer Ankunft - gestern ab 8 Uhr ins Büro, zu dem ihnen Franz Elsler die Tür öffnen. Dort geben sie ihr Kaufangebot ab und verlassen den Flur wieder mit lachendem Gesicht - ihre zukünftigen Nachbarn gratulieren ihnen neidlos.

Auswärtige Bauwillige, die sich für die restlichen Grundstücke interessieren, können ihre Kaufanträge ab 25. Oktober ab 8 Uhr ebenfalls im Rathaus einreichen. Es könnte sein, dass noch jemand von einem der 31 reservierten Grundstücke zurücktritt.

Quelle: NGZ
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