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Rommerskirchen
Schnelles Internet wird zu Geduldsprobe

Rommerskirchen: Schnelles Internet wird zu Geduldsprobe
Bunte Kabel für schnelleres Internet: 50 Euro soll der Wechsel zur Deutschen Glasfaser die Bürger kosten. Danach werden 34,95 Euro pro Monat fällig. FOTO: LOTHAR BERNS
Rommerskirchen. Etliche Teile der Gemeinde sollen mit schnellem Internet ausgerüstet werden. Glasfaser bis ins Haus ist das Wunschziel. Von Sebastian Meurer

Schnelles Internet soll es auch in bisher unterversorgten ländlichen Gebieten geben. So sieht es die Bundesregierung vor, so möchte es das Land. Konkret sieht es nach Auskunft von Rathaussprecher Elmar Gasten aber so aus, dass "die Situation etwas verfahren ist". Denn das Wunschziel, Glasfaserkabel bis in die Häuser zu verlegen, ist wohl frühestens in einigen Jahren realisierbar. Immerhin: Mit dem Unternehmen "Deutsche Glasfaser" ist im Kreis jetzt ein Anbieter aktiv, der seinen Kunden eine Leistungsstärke von 100 Mbit in der Sekunde zusagt. Das Problem: Bis sich das Unternehmen mit der Verlegung von Glasfaserkabeln wie von Projektleiter Stephan Giese dargestellt vom Norden her kommend in den Süden des Kreises vorgearbeitet hat, könnte noch einige Zeit vergehen.

Die "Deutsche Glasfaser" setzt derzeit zu einer "Großoffensive" im Rhein-Kreis an, nachdem sie bisher den Kreis Heinsberg großflächig mit Glasfaserkabeln ausgerüstet hat. Wirtschaftsförderin Bele zu Wochenbeginn bei einem Info-Treffen der Deutschen Glasfaser in Hülchrath, wo sich gut 80 Bürger aus erster Hand informierten. In Korschenbroich nahmen knapp 500 Menschen an drei Veranstaltungen des Unternehmens teil.

Was für die Gemeinde durchaus reizvoll sein könnte: Die Deutsche Glasfaser fasst vor allem notorisch unterversorgte Gebiete ins Auge, die auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden sollen. Die Kosten für die Bürger: Eine einmalige Zahlung von 50 Euro für den Anbieterwechsel sowie 34,95 Euro monatlich für die Basisdienste. Geplant ist ein komplett neues Netz: Glasfaserkabel will das Unternehmen bis in jedes Haus (FTTH-"Fibre to the Home") verlegen. Wer mit 100 Mbit nicht zufrieden ist und einen Upgrade auf das Doppelte will, muss mehr zahlen. Die Geschäftsbedingung: In den von der Deutschen Glasfaser anvisierten Ortschaften in Korschenbroich, Grevenbroich und Jüchen müssen sich 40 Prozent der Einwohner bereit erklären, Verträge mit dem Unternehmen zu schließen. Wie Bele Hoppes "Sondermission" in Hülchrath zeigt, haben Bürgermeister Martin Mertens und Wirtschaftsbüro-Chef Elmar Gasten die Deutsche Glasfaser durchaus auf dem Schirm, wenngleich es noch keine offiziellen Gespräche gegeben hat. Fürs erste will sich die Gemeinde alle Optionen offen lassen: Auch die Hoffnung, dass sich die Telekom womöglich doch noch in Richtung FTTH bewegt, haben die Verantwortlichen bislang nicht aufgegeben.

Bis Ende 2017 will die Telekom den Ortsteil Rommerskirchen, aber auch einige andere Dörfer mit einer besseren Technologie ausstatten. Zu den eher problematischen Gebieten zählen auch die an der B 477 liegenden Ortschaften Anstel, Frixheim, Nettesheim und Butzheim. Glasfaserkabel will die Telekom nach zahlreichen Gesprächen mit der Gemeinde auch verlegen, allerdings nur bis zu den jeweiligen Verteilstationen. Von dort aus geht es mit Kupferleitungen weiter. Das Verfahren verspricht eine Leistungsstärke bis zu 50 Mbit.

"Wir sind aktiv tätig und versuchen Konditionen auszuhandeln, die für die Bürger akzeptabel sind", sagt Bürgermeister Mertens.

Quelle: NGZ
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