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Rommerskirchen
Schulfest zum 200-jährigen Bestehen

Rommerskirchen: Schulfest zum 200-jährigen Bestehen
Lernen wie Anno dazumal: Schulleiterin Gabriele Domhof mit den beiden Schülerinnen Arwen und Celine an einer historischen Schulbank. Sie ist Teil der Ausstellung "200 Jahre Schule", die am Samstag beim Fest zu sehen ist. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. 1817 wurde in Hoeningen das erste eigene Schulgebäude eingeweiht. Das runde Jubiläum feiert die Kastanienschule am kommenden Samstag mit einem Festakt und Spielen. Eine Ausstellung zeigt historische Exponate zum Thema. Von Bernd Rosenbaum

Mit ihren 200 Lenzen ist die Kastanienschule eine der ältesten öffentlichen Bildungseinrichtungen im ganzen Kreisgebiet. Ihr Alter sieht man ihr von außen nicht an. Das ist allerdings auch kein Wunder, denn das ursprüngliche Schulgebäude aus Fachwerk existiert schon lange nicht mehr. Erst 1901 und 1957 entstanden die heutigen Räume, die zuletzt vor etwa zwölf Jahren noch einmal erweitert wurden.

Ihren 200. Geburtstag feiert die Kastanienschule, in der aktuell 110 Mädchen und Jungen in vier Klassen von sechs Lehrerinnen unterrichtet und von sieben Erziehern im Offenen Ganztag betreut werden, am kommenden Samstag, 20. Mai, mit einem Festakt ab 11.15 Uhr und einem anschließenden Schulfest.

Die Geschichte der Hoeninger Schule reicht aber noch weiter zurück als "nur" 200 Jahre. Denn aus Aufzeichnungen aus dem Kirchenarchiv geht hervor, dass bereits 1777 der damalige Pfarrer von St. Stephanus versuchte, den Kindern Unterricht anzubieten. Ein schwieriges Unterfangen, denn erstens gab es noch keine Schulpflicht und zweitens lebten die Kinder auf dem Land in ärmlichen Verhältnissen und mussten auf den Feldern mitarbeiten. Selbst nach der Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1825 nahmen viele Eltern in Kauf, eher ins Gefängnis zu gehen, als die wertvolle Arbeitskraft ihrer Kinder an die Schule zu verlieren, wie der Heimathistoriker Josef Schmitz recherchierte. 1814 trat in Hoeningen der erste Lehrer im öffentlichen Dienst seine Stellung an. Der Staat übernahm die Verantwortung für das Schulwesen von der Kirche. Im gleichen Jahr war die ehemalige Vikarie, in der bis dahin unterrichtet wurde, eingestürzt. Ein neues Fachwerkhaus wurde gebaut und 1817 eingeweiht; der Geburtstag der heutigen Kastanienschule.

1839 - nominell waren 240 Kinder zu unterrichten, von denen aber viele regelmäßig fehlten - wurde ein zweiter Lehrer eingestellt, 1869 kam eine dritte Lehrkraft dauerhaft hinzu. Erst 1950 - über 80 Jahre später - wurde eine vierte Lehrerstelle geschaffen, für damals rund 220 Kinder.

Auf ihr rundes Jubiläum hat sich die Kastanienschule schon seit Monaten vorbereitet, wie Schulleiterin Gabriele Domhof und ihre Stellvertreterin Elisabeth Ludes-Müssener berichten. Christina Grysla, Lehrerin der vierten Klasse, hatte zum Beispiel die Eltern aufgerufen, für eine Ausstellung "200 Jahre Schule" Exponate beizusteuern. Zu sehen sind beim Schulfest nun alte Schulbänke, bis zu 100 Jahre alte Zeugnisse und Fotografien von früheren Schulklassen in Hoeningen sowie alte Schönschreibhefte. Besucher können sich am Samstag von Viertklässlern außerdem in die Geheimnisse der Sütterlin-Schrift einführen lassen, die sie selbst zuvor im Unterricht thematisiert hatten.Die dritte Klasse hat aus besonderen historischen Ereignissen eine Zeitleiste über die vergangenen 200 Jahre erstellt und kann den Gästen beim Fest zu jedem Ereignis Rede und Antwort stehen. Die erste und zweite Klasse zeigen Tänze und sagen alte Abzählreime auf.

Quelle: NGZ
 
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