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Rommerskirchen
Seit über 30 Jahren wird in der VHS gefastet

Rommerskirchen: Seit über 30 Jahren wird in der VHS gefastet
Wasser und Tee sind die Hauptnahrungsmittel in der von Ulrike Sprenger favorisierten (Heil-)Fastenkur. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Sprenger verweist auf die gesundheitsförderlichen Effekte des Heilfastens. Von Sebastian Meurer

Nicht allein an diejenigen, die heute und in den kommenden Tagen über die Stränge schlagen, wendet sich der Heilfasten-Kursus mit Ulrich Sprenger, der am Aschermittwoch, 14. Februar, beginnt. Seit mittlerweile 33 Jahren hat ihn die Volkshochschule (VHS) im Angebot, womit er neben dem Yoga-Kurs von Brigitte Schmitz der Dauerbrenner im Programm überhaupt ist. Auch wenn die Zeiten mit mehr als 100 Teilnehmern wohl vorbei sind, finden Theorie und Praxis des Heilfastens nach wie vor ihre Anhänger.

Als sie in den 1970-er Jahren in Kiel Ernährungswissenschaften studierte, hatte das weithin als ungesund geltende Fasten insbesondere an der medizinischen Fakultät einen schlechten Stand, wie sich Ulrike Sprenger erinnert. Ungeachtet dessen hat sie es damals ausprobiert, "und ich habe gemerkt, dass es gut ist", sagt sie.

In den 1980-er Jahren begann sich der Stellenwert des Heilfastens grundlegend zu ändern. "Versuche an Mäusen haben gezeigt, dass sie länger leben, wenn man sie etwas knapper hält", verweist sie auf die empirischen Grundlagen des medizinischen Sinneswandels. Auch wenn sich Versuche an Mäusen natürlich nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen lassen, gilt heute als gesichert, dass "sich die Stoffwechselwerte sehr verbessern, wenn man fastet. Bei Rheumapatienten gehen Entzündungen zurück", betont die Ernährungswissenschaftlerin. Gefastet wird zehn Tage lang, ebenso lange dauert die sich anschließende Aufbauperiode.

Die dient dazu, die positiven Effekte der Entschlackungskur möglichst lange vorhalten zu lassen. "Je vernünftiger man sich ernährt, desto länger halten diese Effekte an", weiß Ulrike Sprenger. "Fasten ist kein Hungern", lautet ihre Devise. "Man lebt von den Überschüssen und nicht von der Substanz - das wirkt entlastend", erläutert sie. Bevor es losgeht, muss allerdings gründlich abgeführt werden, etwa mit Glaubersalz, wobei das Mittel allerdings nicht zwingend ist. Hungergefühle gebe es während des Fasten nur, wenn der Körper nicht richtig entschlackt sei, erläutert die Expertin, die dazu rät, es bei einmaligem Fasten im Jahr zu belassen.

Auf den Tisch kommt während des zehntägigen Fastens nur flüssige Nahrung, und zwar in erster Linie Tee und Wasser. Ein Glas Fruchtsaft am Tag dient der Entwässerung, und zur Stärkung gibt es täglich einen Teller Gemüsebrühe.

Sind die zehn Tage des Fastens vorbei, beginnt die Aufbauphase unter anderem mit Apfelscheiben und ist zunächst fleischfrei. Überhaupt Fleisch: Damit die positiven Effekte des Heilfastens möglichst lange anhalten, empfiehlt Ulrike Sprenger, tierisches Eiweiß grundsätzlich zu reduzieren.

Am kommenden Aschermittwoch wird zunächst die Theorie im Mittelpunkt stehen. Nach den ersten Fastentagen werden Blutdruck und Urin kontrolliert, ehe dann auch schon fast die Aufbauphase erreicht ist.

Quelle: NGZ
 
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