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Rommerskirchen
Semesterferien enden auch für Mertens

Rommerskirchen. Ab nächster Woche gibt Bürgermeister Martin Mertens wieder politikwissenschaftliche und soziologische Seminare an der Universität in Bonn. Für ihn ist die Lehrtätigkeit eher eine willkommene Abwechslung als eine Belastung. Von Sebastian Meurer

Dass Politik in gewisser Hinsicht ein Lebenselixier für Bürgermeister Martin Mertens ist, wurde ihm - lang ist's her - im Wahlkampf 2014 aus den Reihen der politischen Konkurrenz eher versteckt als offen geradezu zum Vorwurf gemacht. Ist dieses "Argument" schon seit langem nicht mehr im Gebrauch, bleibt richtig, dass der promovierte Politik- und Kommunikationswissenschaftler mit Aristoteles die Auffassung teilt, das der Mensch ein "Zoon politikon", also ein politisches, beziehungsweise auf Gesellschaft und Gemeinschaft angelegtes Lebewesen ist.

Seit knapp vier Jahren amtiert der Sozialdemokrat mittlerweile als Bürgermeister. Was bislang nur wenigen bekannt war, ist die Tatsache, dass er seit gut anderthalb Jahren auch als Universitäts-Dozent aktiv ist - auf rein ehrenamtlicher Basis, wie Mertens betont. Zunächst an der Universität Bielefeld, seit geraumer Zeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn gibt Mertens Seminare für Studenten der Politikwissenschaft, der Soziologie sowie der Verwaltungswissenschaften.

Zustande kam die Lehrtätigkeit im Zuge einer Anfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die hatte Mertens während seiner Studienzeit mit einem Hochbegabten-Stipendium versehen und fragte bei ihm an, ob er, durchaus im Gegenzug, bereit sei, sich zu "revanchieren". Der Bürgermeister sagte zu und so bot sich ihm die Gelegenheit, zusätzlich zur Kommunalpolitik auch wieder wissenschaftlich tätig sein zu können. Was er weniger als Belastung denn als willkommene Abwechslung ansieht: "Mir macht es Spaß, mit den Studierenden zu arbeiten und mich auch wieder einmal grundsätzlich mit politischen Themen zu beschäftigen", sagt Mertens, der einmal wöchentlich ein Seminar leitet. In Bonn ist er am Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Soziologie aktiv, den Professor Frank Decker innehat. Kommunalpolitik ist ein Schwerpunkt, wobei der seit 2009 im Rat und fünf Jahre im Kreistag aktive Mertens hier längst über genügend praktische Erfahrungen verfügt, die er in seine Lehrveranstaltungen einfließen lassen kann. Dies galt etwa bei der Erstellung eines "Kleinen Kommunal-Lexikons", das im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts an der Uni Bielefeld entstanden ist. Das Lexikon informiert über grundlegende Fragen wie den Aufbau und die Struktur einer Kommunalverwaltung inklusive der Aufgaben und Zuständigkeiten des Rats und des Bürgermeisters ebenso wie über die Situation der kommunalen Finanzen in NRW, aber auch über die Kommunale Wohnungs- und Siedlungsflächenpolitik, wo er natürlich ganz besonders aus seinen Rommerskirchener Erfahrungen schöpfen kann. Utopien und Dystopien (negative Utopien wie etwa bei George Orweils "1984") sind gleichfalls Gegenstand seiner Lehrtätigkeit.

Aus all dem zu schließen, der Bürgermeister wäre womöglich amtsmüde, ist jedoch verfehlt: " Ich würde mich freuen, wenn die Bürgerinnen und Bürger mit 2020 wiederum das Vertrauen schenken würden", lässt er keinen Zweifel an einer neuerlichen Kandidatur 2020.

Quelle: NGZ
 
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