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Rommerskirchen
Sinstedener erklären Australiern das Huhn

Rommerskirchen: Sinstedener erklären Australiern das Huhn
Mareike Fellmin kam als Studentin zum Wissenschaftlichen Geflügelhof. Seit 2013ist sie offiziell dessen stellvertretende Leiterin; nun freut sie sich auf ihre erste Australien-Reise. FOTO: ANJA TINTER
Rommerskirchen. Die stellvertretende Leiterin Mareike Fellmin referiert im August bei einem wissenschaftlichen Kongress in Cairns. Von Sebastian Meurer

Internationale Kontakte pflegt der Wissenschaftliche Geflügelhof zeit seines inzwischen elfjährigen Bestehens. In gewisser Hinsicht dürfte der auch als Bruno-Dürigen-Institut firmierende Geflügelhof diejenige Einrichtung in Rommerskirchen sein, die über die ausgeprägtesten Verbindungen weltweit verfügt.

Von besonderem Reiz sind dabei stets Termine in Australien. Leiterin Inga Thiemann war vor gut einem Jahrzehnt schon mal da. Jetzt ist Mareike Fellmin, stellvertretende Leiterin des Wissenschaftlichen Geflügelhofs, schon voller Vorfreude: Vom 9. bis 14. August wird sie im Nordosten Australiens an der 34. International Ethological Conference in Cairns teilnehmen, bei der sich Wissenschaftler aus aller Welt treffen, die sich mit dem Verhalten von Tieren beschäftigen. "Es werden mehrere tausend Wissenschaftler da sein", sagt Mareike Fellmin mit Blick auf die im Convention Centre der Stadt geplante Konferenz.

Ihr ist es gelungen, nicht allein als Gasthörerin, sondern auch als Referentin eingeladen zu werden. Mareike Fellmin wird in Cairns über den Einfluss von Haltungsbedingungen auf das Verhalten von Labortieren, konkret: Tauben und Hühnern, berichten. An diesem Projekt haben sie, Inga Thiemann und die damaligen Bachelor- beziehungsweise Master-Anwärter Christine Pütz und Michael Zahmer vor gut zwei Jahren gearbeitet. Aus den damals angestellten Experimenten haben sie Erkenntnisse gewonnen, wie isolierte Haltungsbedingungen grundlegende soziale Verhaltensmuster beeinflussen, wie etwa das dann aggressivere Pickverhalten. Dass Tauben durch Futterbeschränkungen stärker gestresst werden als Hühner, ist ein weiteres Ergebnis.

Für Mareike Fellmin ist es die erste Australienreise: "Ich freue mich riesig", sagt die promovierte Biologin, die gleich drei Wochen auf dem fünften Kontinent bleiben will. Fast vor der Haustür von Cairns liegt das weltberühmte Great Barrier Reef, den Ayers Rock im Westen hat die 32-Jährige ebenso auf ihrer Liste wie eine abschließende Woche in Sydney. Mareike Fellmin gehört seit 2007 zum Team des Geflügelhofs: Bei Professor Gerd Rehkämper. dem "Gründungsdirektor" des Geflügelhofs, hatte sie in einem Seminar über Tauben referiert, "und er war so begeistert, dass ich zunächst einen Job als studentische Hilfskraft bekam", erinnert sie sich. Mit ihrer vor zwei Jahren erfolgreich abgeschlossenen Promotion wurde sie dann auch stellvertretende Leiterin des Geflügelhofs. Als solche ist sie in der Welt schon weit herum gekommen. Skandinavien ist für wissenschaftliche Konferenzen stets eine beliebte Region, etliche USA-Reisen verstehen sich von selbst, und demnächst geht es womöglich nach China. Derzeit wartet Mareike Fellmin auf die staatliche Genehmigung, dass Hühnern Blut abgenommen werden darf, das dann in China genetisch untersucht wird: Von dem Projekt, das "uns sicher zwei oder drei Jahre begleiten wird", verspricht sie sich Aufschlüsse darüber, warum bestimmte Hühnerrassen kurzbeinig sind: Der Kontakt nach China ist auch bei einer internationalen Wissenschaftler-Konferenz zustande gekommen.

Quelle: NGZ
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