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Rommerskirchen
SPD-Chef und fünf Mitstreiter treten zurück

Rommerskirchen: SPD-Chef und fünf Mitstreiter treten zurück
Jürgen Thomas ist die Auseinandersetzung mit der SPD-Fraktion satt. Der gerade ein Jahr lang amtierende SPD-Chef ist zurückgetreten. FOTO: Salz
Rommerskirchen. Paukenschlag bei der SPD: Parteichef Jürgen Thomas und fünf weitere Vorstandsmitglieder haben ihren Rücktritt erklärt. Der Grund: unüberbrückbare Gegensätze zur SPD-Ratsfraktion. Besonders ausgeprägt waren die Differenzen zwischen Partei und Fraktion offensichtlich bei der Unterstützung des auch von der SPD auf Kreisebene als Landratskandidat nominierten Bündnisgrünen Hans-Christian Markert, mit dem konservative Sozialdemokraten von Anfang an fremdelten. "Von einem Mitglied des Fraktionsvorstands" sei er selbst "massiv unter Druck gesetzt" worden, "weil wir im Landratswahlkampf für den gemeinsamen Kandidaten Flyer verteilen wollten", so der bisherige Parteichef. Von Sebastian Meurer

Zugleich mit Thomas haben auch seine beiden Stellvertreter Martin Marquardt und René Kühlwetter, Schriftführerin Judith Hornbacher, Bildungsobfrau Magdalene Dubiel und Beisitzerin Johanna Marquardt ihre Ämter aufgegeben. Alle sechs bleiben aber in der SPD. Dem Rumpfvorstand gehören derzeit nur noch die designierte Vizebürgermeisterin Ellen Klingbeil, Fraktionschef Ralf Steinbach und Ratsmitglied Christian Schmitz an.

"Der Fraktionsvorstand hat immer wieder den Anspruch vermittelt, die Partei insgesamt steuern zu wollen", heißt es in einem Schreiben von Jürgen Thomas an die Parteimitglieder. Eine Ausgabe der Parteizeitung "Gillbach Vorwärts" "wurde sogar durch Druck aus der Fraktion gänzlich verhindert, weil ein Artikel nicht den Wünschen einzelner Fraktionsmitglieder entsprach", heißt es in Thomas' Rücktrittserklärung. Was besonders pikant ist: Die zwar gedruckte, aber niemals erschienene und an die Haushalte verteilte Ausgabe des Parteiblatts ziert ein Foto, das den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel gemeinsam mit den heutigen SPD-Bürgermeistern Reiner Breuer (Neuss) und Klaus Krützen (Grevenbroich) zeigt und in deren Mitte eben auch Hans-Christian Markert. Jürgen Thomas, Oberregierungsrat im NRW-Arbeitsministerium und fast auf den Tag genau vor einem Jahr zum SPD-Chef gewählt, erinnert daran, dass Markert auch von den Kreisdelegierten der Rommerskirchener SPD nominiert worden sei, die sich einstimmig für ihn ausgesprochen hätten. Auch sonst sind offensichtlich Initiativen des Ortsvereins behindert worden. Massive Kritik an der Parteiführung hat es Thomas zufolge auch daran gegeben, "dass wir Anfang des Jahres damit begonnen haben, mit Mitgliederbriefen alle Mitglieder über aktuelle Themen in Partei und Fraktion zu informieren."

Fraktionschef Ralf Steinbach zufolge ist es ein Beschluss des Parteivorstands gewesen, den "Gillbach-Vorwärts" mit seiner Ausrichtung pro Markert nicht zu veröffentlichen. Er selbst habe Markert unterstützt. Steinbach will nun kurzfristig Neuwahlen veranlassen, Dabei soll "eine personelle Verzahnung von Ortsverein und Fraktion erfolgen", sagt er. Die Fraktion wird damit auch den Parteichef stellen.

Quelle: NGZ
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