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Rommerskirchen
Stephan Kunz tritt aus der CDU aus

Rommerskirchen: Stephan Kunz tritt aus der CDU aus
In Schieflage geraten ist das Verhältnis der beiden Christdemokraten Michael Willmann und Stephan Kunz, hier bei einem gemeinsamen Termin im Jahr 2012. FOTO: H. Jazyk
Rommerskirchen. Bis Anfang August war er noch stellvertretender Fraktionschef der Union. Jetzt will sich Stephan Kunz als Parteiloser im Rat engagieren. CDU-Chef Michael Willmann bedauert Kunz' Entscheidung, zeigt sich jedoch nicht überrascht. Von Sebastian Meurer

Knapp anderthalb Monate nach seiner Abwahl als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion hat Stephan Kunz die Union verlassen. Beim interfraktionellen Gespräch vor der nächsten Ratssitzung in der kommenden Woche hat Kunz CDU-Partei- und Fraktionschef Michael Willmann einen entsprechenden Brief überreicht. Kunz scheidet auch aus der Fraktion aus und will sich "jetzt als Parteiloser" im Rat engagieren, wie er sagt. Zu Spekulationen, ob er sich womöglich einer anderen Fraktion anschließen könne, mochte sich der Nettesheimer nicht äußern.

In einer persönlichen Erklärung im Gemeinderat hatte Stephan Kunz (46) vor knapp vier Wochen angekündigt, seine politischen Zielvorstellungen mit denen der Rommerskirchener CDU abzugleichen und "für sich "eine zukunftsweisende Entscheidung" treffen zu wollen. "Für mich stand immer die inhaltliche Arbeit im Vordergrund. Das sehe ich bei der jetzigen Ausrichtung der Fraktion nicht mehr", begründet Kunz seinen Schritt. Schon im August hatte er deutlich gemacht, dass er mit einem oppositionellen Kurs der CDU im Rat nicht viel anfangen könne.

In seiner persönlichen Erklärung hatte er kritisiert, dass sich in der CDU seit der Kommunalwahl im Mai 2014 politisch nichts mehr getan habe. Zu seiner Abwahl als Fraktionsvize hätten ihm zufolge auch Meinungsverschiedenheiten über die Intensität der Fraktionsarbeit geführt. Kunz verweist auf 13 Anträge, die er während seiner Zeit als CDU-Fraktionschef zwischen 2012 und 2014 gestellt habe, bis zur Sommerpause hatte die Union im Rat noch keinen Antrag eingebracht, seither waren es drei. "Wir bedauern diesen Schritt und respektieren ihn. Wir haben ihn aber nicht dazu gedrängt", kommentiert Michael Willmann den Abgang von Kunz. Überrascht sei er von diesem Schritt nicht: "Wir haben damit gerechnet. Nach seiner persönlichen Erklärung war uns das allen klar", sagt Willmann. Ihm zufolge muss Kunz seine Entscheidung "vor sich selbst und den Wählern verantworten". Nach den Worten des CDU-Chefs "hat er die Partei dabei nicht im Blick. Aber es ist besser jetzt, als ein oder zwei Jahre vor der Wahl."

Die Entfremdung zwischen Kunz und der CDU hatte im Sommer 2014 bei der Wahl des neuen Fraktionsvorstands begonnen. Kunz, der hinter Michael Willmann auf Platz zwei der Reserveliste zur Kommunalwahl stand, sollte nach dem Willen der Parteiführung nur noch den Posten des Fraktionsgeschäftsführers bekleiden, beharrte jedoch darauf, Stellvertreter Michael Willmanns zu werden. Mit Erfolg, doch sein Einfluss in Fraktion und Partei wurde nach der Wahl geringer. Im Juni 2012 hatte er nach einer Kampfabstimmung den damaligen CDU-Chef Wolfgang Könen abgelöst - und sich damit auch Feindschaften innerhalb der Union zugezogen.

Kunz' Austritt aus der CDU dürfte auch Folgen für die Zusammensetzung der Ausschüsse im Gemeinderat haben. Seit 2014 hat er den Vorsitz des Sicherheitsausschusses inne. Über eine etwaige Neubesetzung der Ausschüsse wird der Rat nach Lage der Dinge aber wohl frühestens im November entscheiden.

Quelle: NGZ
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