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Rommerskirchen
Tiere bleiben länger im Heim als bisher

Rommerskirchen: Tiere bleiben länger im Heim als bisher
Nicht nur der Jack-Russel-Terrier könnte bald im neuen Hundehaus einziehen. Uta Wegener hofft, dass dessen Bau in zwei Monaten abgeschlossen sein wird. FOTO: Salzburg
Rommerskirchen. Rekordaufnahmen von Katzen, aber auch von ausgesetzten Hunden, gehören im Kreistierheim in Oekoven zumindest fürs Erste der Vergangenheit an. Diese Woche kann womöglich die letzte verbliebene Bartagame vermittelt werden. Von Sebastian Meurer

Auch wenn die Mitarbeiter des Kreistierheims keineswegs über Mangel an Beschäftigung klagen können: Die "Rekordjahre", die dem Tierheim zu Beginn des Jahrzehnts gerade auch nach der Ferienzeit viele herrenlos gewordene Katzen und Hunde bescherten, gehören offensichtlich der Vergangenheit an.

Wie Uta Wegener, Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Neuss und Leiterin des Heims, anlässlich des Tags der offenen Tür sagte, leben zurzeit 300 Tiere auf dem Gelände des alten Oekovener Bahnhofs, davon rund 40 Hunde und 180 Katzen. "Wir haben weniger Aufnahmen als in vielen Jahren zuvor, aber dafür bleiben die Tiere auch länger", beschreibt Uta Wegener die aktuelle Situation im Tierheim. So sehr sie auch daran interessiert ist, die Tiere an neue Besitzer zu vermitteln, gilt für sie das Prinzip: "Die Tiere dürfen so lange bleiben, bis sie ihr normales Ende erreicht haben. Man kann es ja nicht erschlagen, nur weil ein Tier ein halbes Jahr hier ist", betont die engagierte Tierschützerin.

Auch bei den Reptilien, die zeitweise überproportional stark vertreten waren, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Gerade mal eine Bartagame gibt es zurzeit noch im Heim: Noch vor wenigen Jahren waren es einige mehr, und sogar eine Boa constrictor war längere Zeit in Oekoven untergebracht.

Ob die noch verbliebene Bartagame an einen neuen Besitzer vermittelt werden kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen. "Caesar ist von einer vollendeten Schönheit, das Tier ist vollkommen", schwärmt Autor und Reptilienexperte Andree Hauschild, der ehrenamtlich im Tierheim mitarbeitet. "Caesar ist nicht zahm, aber gut umgänglich", wägt der Experte seine Worte genau. Die Prüfung der Sachkunde eines neuen Eigentümers ist Voraussetzung dafür, das Tier abzugeben: "Ein Zehnjähriger braucht gar nicht erst vorzusprechen", weiß sich Andree Hauschild mit Uta Wegener einig.

Sie und die im Tierheim beschäftigten vier Vollzeitkräfte hoffen wie alle übrigen Mitarbeiter auf den baldigen Abschluss der Bauarbeiten am neuen Hundehaus. Innerhalb der nächsten beiden Monate sollte das seit langem verfolgte Projekte eigentlich abgeschlossen werden können, hofft Uta Wegener - "wenn alle Handwerker kommen, wie ich mir das wünsche". Am Ende wird der Bau des Hundehauses 120.000 bis 150.000 Euro gekostet haben - Geld, das der Tierschutzverein in mühsamer Arbeit hat auftreiben können.

Andree Hauschild kümmert sich mangels Masse derweil weniger um Reptilien, als vielmehr um den "Trödelmarkt", in dem er mit seiner Frau Beate jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr anzutreffen ist. Auf einer Fläche von 60 Quadratmetern hat sich im Lauf der Jahre einiges an Sachspenden angehäuft, die das Tierheim für die tägliche Arbeit freilich nicht gebrauchen kann. Sehr willkommen hierfür ist jedoch der potenzielle Erlös aus Kaffeeservices, Büchern und CDs en masse, aber auch gut erhaltene Vinylschallplatten und vieles mehr werden verkauft.

Quelle: NGZ
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