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Rommerskirchen
Tierschützer: Zu wenige Katzen sind kastriert

Rommerskirchen: Tierschützer: Zu wenige Katzen sind kastriert
Uta Wegener(l.), Martin Mertens und Dorothea Achten sind sich einig: Die Kastrationspflicht für Katzen muss stärker bekannt werden. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Tierschützer und Gemeinde wollen verstärkt über die bestehende Pflicht zur Kennzeichnung und Kastration von Katzen informieren. Von Sebastian Meurer

Etwas mehr als zwei Jahre alt ist eine Verordnung der Gemeinde, die es Katzenhaltern zur Pflicht macht, ihre Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Eingehalten wird sie jedoch nur unzureichend, wie jetzt das Kreistierheim Oekoven deutlich machte.

Dorothea Achten, die sich dort ehrenamtlich engagiert, hat allein in den vergangenen Wochen etliche ihr zugelaufene Katzen aufgenommen, die nicht kastriert waren - darunter auch solche, die nachweislich einen Besitzer haben. Rekordzahlen von zeitweise mehr als 700 Katzen, die zu Beginn des Jahrzehnts in Oekoven zu verzeichnen waren, gibt es derzeit zwar nicht, dennoch "werden immer noch zu viele unkastrierte Katzen aufgegriffen", sagt Uta Wegener, die Vorsitzende des Kreistierschutzvereins.

"Die Leute füttern Katzen an, lassen sie aber nicht kastrieren", berichtet Dorothea Achten von einem Problem, das den Tierschützern zunehmend Sorge macht. Katzen vermehren sich nun einmal rasant: Sie können schon mit einem halben Jahr trächtig werden, erreichen ein Lebensalter von bis zu 20 Jahren und sind in der Lage, zwei bis drei Mal im Jahr zwei bis acht Junge zu werfen. "Und so geht das weiter", beschreibt Uta Wegener die natürlichen Möglichkeiten ungezügelter Vermehrung. Griffe der Mensch nicht steuernd ein, bekäme dies auch den Tieren selbst nicht gut, wie sie mit Blick auf durch Inzucht genetisch geschädigte Katzen anmerkt.

Sie und Dorothea Achten appellieren daher eindringlich an alle Katzenhalter und solche, die frei laufende Tiere füttern, sie kastrieren zu lassen. Für die Tierschützer unverzichtbar, damit Katzen nicht massenhaft auf der Straße verenden.

Bei ihrem Engagement haben die Tierschützer die Gemeinde auf ihrer Seite: Bürgermeister Martin Mertens, der selbst Katzenhalter und Kenner der Problematik ist, will den Appell nach Kräften unterstützen. Im Gespräch ist zurzeit eine Aktion, bei der 5000 Flugblätter unter die Einwohner gebracht werden sollen. "Ich hätte Leute an der Hand, die sie verteilen würden", sagt Dorothea Achten. Einig sind sich Tierschützer und Gemeinde, dass ein besonders hoher Informationsbedarf bei Neubürgern besteht. Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken nennt das Beispiel eines aus Rheinland-Pfalz zugezogenen Tierhalters, der von den hiesigen Regelungen überrascht war. Mit gutem Grund: Dort gilt nicht nur ein anderes Hundegesetz, "die Registrierung von Katzen ist völlig unbekannt", erzählt Knelleken.

Über Zahlen, wie viele Katzenhalter der Pflicht zu Kennzeichnung und Kastration Folge leisten, verfügt die Gemeinde nicht. Anders als bei Hunden gibt es für Katzen nun einmal keine Meldepflicht. Verstöße können folglich nur im Einzelfall geahndet werden, wobei ein Bußgeld von bis zu 150 Euro fällig werden kann - pro Katze wohlgemerkt. Was Rat und Verwaltung zwischen 2010 und 2014 so zögerlich machte, die Verordnung zu erlassen, waren übrigens Zweifel daran, dass eine solche Regelung praktikabel ist.

Quelle: NGZ
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