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Rommerskirchen
Umstrittener Austausch läuft

Rommerskirchen: Umstrittener Austausch läuft
Der deutsch-französische Jugendaustausch funktioniert zum ersten Mal auch ohne Parterschaftskomitee: 15 Jugendliche aus Mouilleron le Captif und elf aus Rommerskirchen verbringen gemeinsam Zeit im Rheinland. Bürgermeister Martin Mertens (M.) begrüßte die Gäste. FOTO: ON
Rommerskirchen. Bis kommendes Wochenende läuft die erstmals in Regie von Gemeinde und Kreisjugendamt organisierte Jugendbegegnung. Von Sebastian Meurer

Die deutsch-französische Jugendbegegnung funktioniert offensichtlich auch ohne Partnerschaftskomitee: 15 Kinder und Jugendliche aus der Partnergemeinde Mouilleron le Captif und elf aus Rommerskirchen befinden sich diese Woche in der Jugendherberge in Ratingen. Die vor zwei Monaten heftig ausgetragenen politischen Querelen um die Absage durch das Partnerschaftskomitee dürfte kaum einen der jungen Teilnehmer interessieren, auch wenn sie bei den Erwachsenen noch "nachschwelen" dürften.

Wie berichtet, hatte das Partnerschaftskomitee die deutsch-französische Jugendbegegnung im Mai aus organisatorischen und personellen Gründen abgesagt, worauf Bürgermeister Martin Mertens die Trägerschaft für die Gemeinde reklamierte.

Auch der stets per Zuschuss an den Jugendfahrten beteiligte Kreis hatte wenig Verständnis für die Querelen, das Jugendamt übernahm die pädagogische Leitung. Immerhin: Zur Abschlussparty im Hoeninger Jugendheim ist kommenden Sonntag auch das Partnerschaftskomitee eingeladen. Martin Mertens hofft jedenfalls, dass die Jugendbegegnung "künftig wieder vom Komitee übernommen wird", wie er jetzt bei der Begrüßung der nach 13-stündiger Fahrt in Rommerskirchen angekommenen französischen Gäste im Ratsaal sagte.

Dabei war auch der vom Partnerschaftskomitee ausgebootete Jupp Kirberg, der die Jugendbegegnungen seit dem Jahr 2004 koordiniert hat. Auch die aktuell laufende hat er seit August 2014 vorbereitet. Was ihn ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass es diesmal ganz besonders junge Gäste sind, die erstmals den Weg an den Gillbach angetreten haben.

"Die deutsch-französische Freundschaft muss von unten aufgebaut werden. Es war immer klar, dass wechselseitige Besuche von Erwachsenen nicht genug sind", erinnerte Kirberg. Inzwischen erwachsene Teilnehmer des Ferienprogramms hatte Kirberg erst vor zwei Monaten in Rommerskirchen begrüßen können. Angesichts des durchaus mühsamen Prozederes, öffentliche Fördergelder zu erhalten, fehlt ihm nach wie vor jedes Verständnis für die Absage des Komitees: "Der Zuschuss war bewilligt, das Geld schon da", so Kirberg.

Mangel an Betreuern war im Frühjahr einer der ins Feld geführten Gründe für die Absage durch den Komitee-Vorstand. Es wurde gründlich Abhilfe geschaffen: Neben Silke Blatt, die das Betreuerteam auf deutscher Seite leitet, sind Heike Ritter, Carsten Vierling-Lohöfer und Marius Laube mit von der Partie. Auf französischer Seite leitet Flavie Baranger das neben ihr auch aus Mathilde Figureau und Nicolas Robin bestehende Team. Die französischen Betreuer hatte am Wochenende der Bürgermeister beherbergt. Beim Jugendamt hält Bezirksjugendpfleger Reinhard Giese die Fäden in der Hand.

Zu seinen Favoriten im diesjährigen Programm zählt Reinhard Giese den morgen anstehenden Köln-Besuch, der etwas anders ausfallen soll als sonst üblich: "Street Art" mit dem Graffiti-Künstler Steffen Mumm steht auf dem Programm. Vertieft werden soll das Ganze am Freitag mit einem Workshop in der Jugendherberge.

Quelle: NGZ
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