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Rommerskirchen
Unbekannte zerstören erneut Bushaltestellen

Rommerskirchen: Unbekannte zerstören erneut Bushaltestellen
Ein riesiger Scherbenhaufen zeugte gestern nicht nur an der Giller Straße von der Zerstörungswut unbekannter Chaoten. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die Täter haben in der Nacht zu Dienstag und bereits vor zwei Monaten einen Schaden von insgesamt bis zu 15.000 Euro verursacht. Von Sebastian Meurer

Sinnlos mag die an den Tag gelegte Zerstörungswut durchaus sein, doch ist sie offensichtlich zielgerichtet. In der Nacht zum gestrigen Dienstag (29. März) haben unbekannte Täter die Scheiben von Buswartehäuschen in Eckum, Rommerskirchen und Vanikum zerstört. In Vanikum waren die Hauptstraße, die Rheinstraße und die Dreschgasse betroffen, in Rommerskirchen die Giller Straße und in Eckum die Kastanienallee.

Die Polizei erhielt gegen 3.15 Uhr Kenntnis von den Zerstörungen. In derselben Nacht wurden in Grevenbroich - die Polizei nennt den Zeitraum von 21 bis 8 Uhr - sieben weitere Bushaltestellen demoliert. Die Kriminalpolizei ermittelt und prüft, ob es womöglich einen Zusammenhang zwischen den Taten in Rommerskirchen und in Grevenbroich gibt. Gleiches gilt für einen ähnlichen Vorgang, der sich Ende Januar/Anfang Februar in der Gemeinde abgespielt hat. Die Gemeinde hatte Strafanzeige gestellt, die Täter ließen sich jedoch nach Auskunft der Polizei nicht ermitteln, berichtet Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert.

Damals sind in fünf Buswartehäuschen zwischen Anstel und Eckum die Scheiben zerschlagen worden. Ob sich von einer Serie mit einem eventuell identischen Täterkreis sprechen lässt, mochte Polizeisprecherin Diane Drawe gestern auf Anfrage unserer Redaktion angesichts des bisherigen Ermittlungsstands nicht bestätigen. "Wir suchen natürlich Leute, die etwas gesehen oder gehört haben", sagt sie. Die Vermutung, dass es sich um alkoholisierte Täter handeln könne, erscheint ihr nicht abwegig, gleichwohl gibt es aber auch dafür aktuell keinerlei Hinweise. Was an den Taten ins Auge springt, ist dass geradezu "akkurate" Vorgehen der Täter, die vor knapp zwei Monaten entlang der B 477, aber auch jetzt die Haltestellen regelrecht "abgearbeitet" haben.

"Das wirft unser ganzes Konzept für die Erneuerung der Scheiben über den Haufen", sagt Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert. "Wir müssen zunächst hausintern überlegen, was wir jetzt tun."

Gut 30 Scheiben sind nach Reimerts Worten der Zerstörungswut der Täter zum Opfer gefallen. "Mit Einbau kostet jede Scheibe 400 bis 500 Euro", beziffert Reimert den Schaden auf letztlich bis zu 15.000 Euro. Die sind im Etat der Gemeinde eigentlich nicht vorgesehen, und so war denn auch schon vor Ostern nicht geplant, alle entlang der B 477 zerstörten Scheiben gleichsam in einem Rutsch zu ersetzen, sondern zunächst lediglich die besonders windanfälligen Seiten der Wartehäuschen mit neuen Scheiben zu versehen.

Nach dem jüngsten Ausbruch von Vandalismus stellt sich das Problem nun womöglich noch einmal ganz neu: Die wiederholte Zerstörungswelle "sprengt den Rahmen erst recht", betont Reimert. Eine der in Betracht zu ziehenden Möglichkeiten besteht ihm zufolge nun darin, künftig völlig auf verglaste Bushäuschen zu verzichten. Zum Schutz vor Zerstörung konnte stattdessen auf Holz oder Metallwände gesetzt werden.

Quelle: NGZ
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