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Rommerskirchen
Verhärtete Fronten im Bahnhofsstreit

Rommerskirchen: Verhärtete Fronten im Bahnhofsstreit
Um diesen Aufgang geht es: Beim Bau hat die Firma Tholen gegen Vorgaben verstoßen. Dass die Gemeinde deshalb 300 000 Euro nicht zahlen möchte, will das Unternehmen aber nicht akzeptieren. FOTO: LINDA HAMMER
Rommerskirchen. Die Firma Tholen, der seitens der Gemeinde gravierende Mängel beim Umbau vorgeworfen werden, geht vor Gericht. Von Sebastian Meurer

Noch hofft die Gemeinde zwar, dass das Bauunternehmen Tholen die von ihm bereits 2014 eingestellten Arbeiten am Bahnhof wieder aufnimmt. Dass indes auch über andere Optionen nachgedacht wird, machte Rechtsanwalt Andreas Berstermann am Donnerstag im Rat deutlich. Übliche Praxis sei es, "dass man ein bestimmtes Unternehmen anhält, seine Pflicht zu tun. Wenn es das nicht tut, wird man ein anderes Unternehmen beauftragen", formulierte der Jurist bewusst zurückhaltend auf die Anfrage von Bernd Klaedtke (SPD), ob daran gedacht sei, den Bahnhofsumbau ohne Tholen abzuschließen.

Nach dem "Gipfelgespräch" mit Vertretern der Deutschen Bahn Station & Service und des Ingenieurbüros Vössing sprach Baudezernent Hans-Josef Schneider von "einer schwierigen Situation". Entgegen der ursprünglichen Erwartung, das Kapitel zur Jahresmitte beenden zu können, rechnet Bürgermeister Martin Mertens jetzt damit, dass das Problem erst im dritten Quartal gelöst sein könnte. "Es fehlen Dokumente", sagt Hans-Josef Schneider. Ungeachtet eines der Firma Tholen schriftlich vorliegenden Verbots, angesichts für den Bau der Rampe fehlender Eisen zu betonieren, habe sie dies sehr wohl getan. Die von Gesellschafter Willy Tholen eingeräumten "Mängelchen" seien angesichts der verweigerten Abnahme durch das Eisenbahnbundesamt "gravierende Mängel", urteilte Schneider.

Wie berichtet, hat der Baustatiker Professor Josef Hegger inzwischen ein Gutachten erstellt, doch gibt es Hans-Josef Schneider zufolge hier "noch offene Fragen". Die von der Firma Tholen nachgereichte Statik für den von den Vorgaben des Ingenieurbüros Vössing abweichenden Bau der Rampe jedenfalls ist insoweit wertlos, als sie nicht von einem vom Eisenbahnbundesamt "zertifizierten" Statiker stammt. Abgerissen werden soll das Bauwerk nicht.

Die "Preisfrage" besteht jetzt darin, den Mangel dennoch durch "Ersatz-Dokumente" zu heilen. Die Gemeinde hätte zudem gern mit Tholen über eine Verlängerung der Gewährleistung von fünf auf zehn Jahre gesprochen, doch zwischen den beiden Vertragspartnern herrscht inzwischen Funkstille. Eine von Willy Tholen vergangene Woche eingereichte Klage sei bisher nicht eingegangen, so Andreas Berstermann und Martin Mertens. "Die Klage ist Ende vergangener Woche eingereicht worden", sagte demgegenüber gestern Nachmittag Geschäftsführer Michael Tholen. "Es dauert ein bis zwei Wochen, bis sie zugestellt wird", meint er. Tholen will vor dem Landgericht Mönchengladbach eine Summe in Höhe von 300 000 Euro erstreiten, "zum Teil für außervertragliche Leistungen".

Aus Sicht der Gemeinde steht dagegen allenfalls ein Betrag in Höhe von 180 000 Euro zur Debatte "und der ist strittig", wie Hans-Josef Schneider gestern noch einmal betonte. "Die Gemeinde schuldet uns nach wie vor Planunterlagen zur Weiterarbeit", nennt Michael Tholen eine weitere Bedingung dafür, dass das Unternehmen die Arbeit am Bahnhof wieder aufnimmt. Hans-Josef Schneider zufolge laufen die sonstigen Arbeiten am Bahnhof weiter.

Quelle: NGZ
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