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Rommerskirchen
Verwaltung teilt ihr Personal mit Dormagen

Rommerskirchen. Hannelore Drosten, Chefin des Fachbereichs Finanzen im Dormagener Rathaus, leitet kommissarisch nun auch die Kämmerei der Gemeinde. Von Sebastian Meurer

Im Zuge der Ende 2012 besiegelten interkommunalen Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Dormagen ist es die bislang wohl spektakulärste Personalie: Hannelore Drosten, Leiterin der Dormagener Stadtkämmerei, übemimmt - kommissarisch - auch die in Rommerskirchen. Dort wird sie an zwei Nachmittagen präsent sein, am morgigen Mittwoch zum ersten Mal. Zudem wollen sich Dormagen und Rommerskirchen eine Mitarbeiterin "teilen", die unlängst in Dormagen eingestellt worden ist.

"Wir finden keine direkte Lösung", begründet Kämmerer Bernd Sauer das jetzt gewählte Verfahren. Nachdem die bisherige Kämmereileiterin Nadine Simsek die Gemeinde im Februar verlassen hat, sei die Stelle ausgeschrieben worden - mit unbefriedigendem Ergebnis. Bernd Sauer zufolge scheiterte eine Neubesetzung vor allem am fehlenden Fachwissen potenzieller Kandidaten.

Besonders dringlich wird die personelle Verstärkung durch die Aufholjagd bei der Erstellung der Jahresabschlüsse. Die von 2009 und 2010 hatte die Kämmerei dem Rat Ende 2014 vorgelegt, im September 2015 präsentierte Bernd Sauer dann den Abschluss für 2011. "Wir brauchen drei Jahresabschlüsse, dann läuft es", berichtet Hannelore Drosten vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen in Dormagen. "Der Abschluss für 2012 wird immer noch schwierig sein, aber leichter als die bisherigen", zeigt sie sich zuversichtlich, dass er bis zur Jahresmitte vorgelegt werden kann. Die neue Kämmereileiterin der Gemeinde strebt an, den Abschluss für 2013 möglichst noch in diesem Jahr fertigstellen zu können. "Ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen", sagt sie.

Auch in Dormagen sei die Umstellung auf das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF) nicht einfach gewesen: "Es war ein Riesenumstellungsprozess, den wir bewältigen mussten. Auch wir haben lange gebraucht, bis wir die Abschlüsse fertig bekommen haben", erinnert sich Hannelore Drosten an die Erfahrungen in Dormagen.

Die Diplom-Ökonomin ist seit gut acht Jahren Leiterin des Fachbereichs Finanzen im dortigen Rathaus und mit den Finesse des Neuen Kommunalen Finanzmanagements bestens vertraut. Da die Gemeinde mit ihren Jahresabschlüssen damals um Jahre hinterher hinkte, hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke 2014 erheblichen Druck gemacht: Den Jahresabschluss für 2015 wolle er erst dann genehmigen, wenn die Abschlüsse 2009 bis 2012 tatsächlich vorlägen, hieß es damals. Worauf die Kämmerei dann immerhin drei Abschlüsse binnen gut 15 Monaten fertigstellen konnte.

Unbeeindruckt davon ist nur die CDU. Für sie waren die fehlenden Jahresabschlüsse erneut ein tragendes Standardargument für die Ablehnung des Haushalts im März und auch durch eine (laut Bernd Sauer und Bürgermeister Martin Mertens auf durchweg falschen Zahlen basierende) kürzlich bekannt gewordene IHK-Studie sieht sich die Union in ihrer Auffassung bestätigt.

Quelle: NGZ
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