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Rommerskirchen
Verwilderte Gräber kosten Gemeinde Geld

Rommerskirchen: Verwilderte Gräber kosten Gemeinde Geld
Vernachlässigte Ruhestätten wie hier auf dem Friedhof Am Teebaum können die Gemeinde Zeit und Geld kosten. Die Ermittlung der Eigentümer von Grabstellen, die nicht mehr gepflegt werden, ist oft schwierig. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Ungepflegte und abgelaufene Ruhestätten auf den sechs örtlichen Friedhöfen machen der Verwaltung Kummer. Die Recherche nach den Eigentümern ist oft schwierig, das Abräumen der Grabstellen kostet jeweils um die 700 Euro. Von Stefan Schneider

Die Zahlen, die im Ausschuss für Planung, Bauen, Verkehr, Natur und Umwelt kursierten, waren unerfreulich hoch. Bis vor kurzem habe es in Rommerskirchen etwa 70 bis 80 ungepflegte Grabstellen gegeben, teilte Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert den Politikern vor zwei Wochen mit. Hans Knelleken vom Rommerskirchener Ordnungsamt berichtete jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion von einer leichten Entspannung und korrigierte die Zahlen ein wenig nach unten. Doch grundsätzlich besteht das Problem weiter. Mit erheblichen negativen Auswirkungen auf den Gemeindeetat.

Der Hintergrund: Bei vielen der vernachlässigten Ruhestätten ist das Nutzungsrecht abgelaufen, doch die Eigentümer sind nicht mehr auffindbar. Die Recherche ist oft aufwendig, kostet Zeit und Arbeitskraft. "Manche der uns vorliegenden Adressen sind 20 Jahre alt und stimmen längst nicht mehr", schildert Knelleken. Der Ordnungsamtsleiter hat gegenüber Kollegen in vergleichbaren Behörden größerer Städte und Gemeinden aber einen Vorteil, den er im nur knapp 13.000 Einwohner "kleinen" Rommerskirchen auch zu nutzen versteht: "Ich bin jetzt seit 40 Jahren hier im Rathaus, die meisten Familien kenne ich." Daher wisse er meistens, wen er ansprechen könne. Mitunter könnten auch Bürger Hinweise geben, die eine Grabstätte neben der abgelaufenen haben. Ein weiterer Ansatz: Die Gemeinde klebt Hinweisschilder an abgelaufene bzw. ungepflegte Grabstätten mit der Bitte, sich bei der Friedhofsverwaltung zu melden, wie Dezernent Elmar Gasten berichtet. Maximal einen Monat bleiben die Aufkleber. Wenn trotz aller Bemühungen kein Eigentümer kontaktiert werden kann, muss der formelle Weg beschritten werden. In Form einer öffentlichen Bekanntmachung in dem dafür vorgesehenen Anzeigenblatt. Drei Monate beträgt die Frist, die die Gemeinde danach abwarten muss. Wenn bis zum Ablauf der Zeitspanne kein Angehöriger ermittelt werden kann, dem die betreffende Grabstelle von Verstorbenen zuzuordnen ist, bleibt der Gemeinde nichts Anderes übrig, als das Feld unter Einsatz eigener Mitarbeiter einzuebnen. Auf den Kosten bleibt sie sitzen. Und die sind in der Regel beachtlich, wie Knelleken informiert: "Das Abräumen schlägt jeweils mit Beträgen zwischen 650 und 720 Euro zu Buche." Macht bei 80 Fällen zwischen 52.000 und 57.600 Euro, bei 100 Fällen sogar zwischen 65.000 und 72.000 Euro. Eine erhebliche Belastung für den Etat der Gemeinde, die für sechs Friedhöfe zuständig ist (siehe Info).

Einmal im Jahr schaut sich eine Friedhofskommission mit Politikern und Gemeindevertretern die Rommerskirchener Friedhöfe an. Fallen zwischendurch Missstände auf, werde das Friedhofsamt natürlich dennoch umgehend tätig, versichern Knelleken und Gasten. Mit der Bestellung eines neuen Vertragsunternehmers, der seit 1. März dieses Jahres für die Friedhofspflege in der Gemeinde zuständig ist, sind sie zufrieden: "Der Wechsel hat sich gelohnt."

Quelle: NGZ
 
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