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Rommerskirchen
Vom Hofladen frisch auf den Tisch

Rommerskirchen: Vom Hofladen frisch auf den Tisch
Renate Kronenberg bei ihren Kühen auf dem Bauernhof in Deelen. Dort bietet sie Rindfleisch in der Bauernmetzgerei an. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Bei einer Rundfahrt können viele Lebensmittel direkt von heimischen Erzeuger-Betrieben erstanden werden. Die Höfe-Tour in der Gemeinde Rommerskirchen lässt sich dabei gleich mit einem Fahrradausflug verbinden. Von Jonas Bongartz

Der Wocheneinkauf führt viele in den nächstgelegenen Discounter. Der Einfachheit halber - und weil man sich auch bei großen Ketten auf das größer werdende Bewusstsein für regionale Lebensmittel eingestellt hat. Kartoffeln vom nahegelegenen Bauernhof werden lieber gekauft als Gemüse aus dem Ausland. Aber wer steht hinter diesen regionale Produkten? Ein Blick in die Hofläden heimischer Landwirte zeigt, dass Einkaufen genauso einfach, direkt beim Erzeuger aus der Nachbarschaft möglich ist. Zumal sich der Wocheneinkauf an sonnigen Herbsttagen gleichzeitig noch mit einer Fahrradtour entlang der Felder und Höfe verbinden lässt. Wer sich etwas Zeit nimmt und seine Route im Voraus ein wenig plant, wird auf diese Weise schnell den Charme solcher Hofläden entdecken.

Eine solche Radtour entlang der Hofläden mit Rommerskirchener Spezialitäten beginnt an einem sonnigen Oktobermorgen in Ramrath. Am Ortsrand nahe der Gillbach trifft man auf Peter Esser auf seinem Geflügelhof. Schon von weitem lässt sich das andauernde Geschnatter der tausenden Gänse erahnen. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten betreibt er den "Gänsepeter", der sich mit einer breit gefächerten Produktpalette verschiedenster Geflügelerzeugnisse einen Namen weit über die Rommerskirchener Stadtgrenzen hinaus gemacht hat. Auch deshalb herrscht nicht nur rund um die ertragreiche Sankt-Martins- und Weihnachtszeit reger Verkehr auf dem Hof. Im Vordergrund steht bei dem Familienbetrieb seit einigen Jahren trotz der beachtlichen Größe vor allem die Nachhaltigkeit. "Uns ist es sehr wichtig, möglichst alles an unseren Tieren zu verarbeiten und den gesamten Prozess, wie die Aufzucht der Tiere und die Herstellung der Produkte, möglichst transparent und regional zu gestalten", erklärt der Landwirt. Entscheidend sei dafür, dass größtenteils selbst angebautes Futter verwendet und den Gänsen der Transportstress überregionaler Produzenten erspart wird. Neben dem verschiedenen "Gillbach-Geflügel" aus dem hofeigenen Schlachthaus, können unter anderem auch Gänseeier, Gänseschmalz und sogar maßgefertigte Bettenwaren aus den Federn der Rommerskirchener Gänse erworben werden.

Mit einigen Gänseeiern im Gepäck geht es auf der Rommreskirchener Höfe-Tour weiter nach Butzheim. Nach einer gut 20-minütigen Fahrt entlang einiger Rommerskirchener Feldwege, steht ein Treffen mit einem ausgewiesenen Kartoffelexperten an. Josef Huthmacher leitet seinen mehrere Jahrhunderte alten Bauernhof bereits seit 1988 und hat sich im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr auf Kartoffeln spezialisiert. Seine vielen Stammkunden zieht es mittlerweile auch aus weiterer Entfernung in die Gemeinde, um zwischen acht erlesenen Kartoffelsorten zu wählen. "Wir legen bei unserer Arbeit mehr Wert auf den Geschmack als auf den größtmöglichen Ertrag, bieten unseren Kunden einige seltene Sorten und weit mehr als der Discounter um die Ecke", berichtet der Landwirt stolz. Auch wenn vielen Leuten das Bewusstsein für frisches Obst und Gemüse fehle, wolle er an seinem Konzept festhalten. Neben den hochwertigen Erdäpfeln finden sich in dem kleinen Hofladen aber auch eine Hand voll anderer lokaler Leckereien, wie frische Eier, saisonales Obst und sogar Wein.

Für den letzten Stopp wird mit dem Fahrrad Deelen angesteuert, wo Renate Kronenberg eine hofeigenen Bauernmetzgerei betreibt. Auch wenn das urige Ladenlokal normalerweise nur an jeweils einem Wochenende im Monat geöffnet ist, sind die kleinen Regale vom letzten Verkaufstag noch gut gefüllt. Spezialisiert hat sich der Familienbetrieb seit 2002 auf die eigene Fleischproduktion. Neben frischem Kalbs- und Ochsenfleisch lassen sich auch zahlreiche Wurstwaren in der großzügigen Auslage entdecken. Passende Kräuter können Kunden anschließend im angrenzenden Garten selbst pflücken. Mit einem frischen Obstaufstrich, streng nach altem Familienrezept hergestellt, geht die "Tour der regionalen Köstlichkeiten" zunächst zu Ende. Das Fazit steht schnell fest: Der persönliche Kontakt, die Frische der Lebensmittel und ein ganz eigener Charme machen den Wocheneinkauf in den Hofläden regionaler Erzeuger zu einer echten Alternative zum herkömmlichen Supermarkt und lassen sich gut mit dem nächsten Familienausflug verbinden.

Quelle: NGZ
 
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