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Rommerskirchen
VR Bank schließt ihre Filiale in Nettesheim

Rommerskirchen: VR Bank schließt ihre Filiale in Nettesheim
Gottfried Leuffen, Rolf Martens, Josef Hefinger und Hans Nolden (v.l.) zählen zu den Kunden der VR Bank, die die Filialschließung kritisieren. FOTO: Woitschützke
Rommerskirchen. Ab 1. April soll die schon bisher nur tageweise geöffnete Filiale an der Sebastianusstraße dauerhaft geschlossen bleiben. Bei langjährigen Kunden stößt dies auf Unverständnis: Zumindest ein Geldautomat sollte bleiben. Von Sebastian Meurer

"Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr Kunde, zunächst bei der Volksbank Dormagen", sagt Rolf Martens. Der Butzheimer hat keinerlei Verständnis für die Entscheidung der VR Bank, ihre Filiale zu schließen. "Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken und haben damit einen ganz klaren Auftrag: Sie dienen der Förderung ihrer Mitglieder", markiert Martens seinen Standpunkt. Genossenschaftsbanken seien keine reinen Wirtschaftsbetriebe, sondern hätten sehr wohl auch einen Gemeinwohlaspekt zu berücksichtigen, meint er. Ähnlich sieht es Gottfried Leuffen aus Nettesheim, der gleichermaßen die genossenschaftlichen Wurzeln betont und darauf verweist, dass Raiffeisenbanken einst zugunsten der Interessen der ländlichen Bevölkerung gegründet wurden. Den Kritikern der Entscheidung, zu denen auch Bürgermeister Martin Mertens zählt, geht es nicht zuletzt um die zahlreichen älteren Kunden der VR Bank, die in der Filiale in Nettesheim stets ihr Geld abgeholt haben.

Was die Kritiker besonders bedauern: Es soll wohl nicht einmal einen Geldautomaten geben. Als Beispiel wird die Sparkasse Neuss genannt, die vor einigen Jahren die Filiale am Tulpenweg schloss, wo indes nach wie vor die Möglichkeit besteht, Bargeld abzuholen oder Überweisungen vorzunehmen. Die Eigentümerin der direkt gegenüber der Filiale liegenden Bäckerei habe zugestimmt, einen Raum für eine solche Lösung zur Verfügung zu stellen, sagt Martens. Er hält auch die Nutzung der Begegnungsstätte Alte Schule für denkbar - ebenso wie Martin Mertens. Ein weitere Möglichkeit, wie sie in Stürzelberg bereits praktiziert wird: VR Bank und Sparkasse könnten einen gemeinsamen Geldautomaten anbieten.

Tanja Engwicht, Bereichsleiterin bei der VR Bank Dormagen, verweist auf die stetigen Analysen der Besucherfrequenzen: In Nettesheim "mussten wir feststellen, dass die Nachfrage unserer Serviceleistungen kaum noch gegeben ist und die persönliche Beratung von den Spezialisten im Beratungscenter in Rommerskirchen durchgeführt wird". Dieses sei nur vier Autominuten entfernt, so die Vertreterin der VR Bank. Hier gebe es "die komplette Bargeldversorgung" sowie alle sonstigen Beratungs- und Serviceleistungen. Überdies stehe das Kundenservicecenter der Bank telefonisch auch für Überweisungsaufträge zur Verfügung. "Ferner besteht die Möglichkeit, die Bankgeschäfte auch online zu tätigen", betont Tanja Engwicht.

"Gerade die VR-Bank hat eine gewisse Verantwortung für die Gemeinschaft", ist Martin Mertens überzeugt. "Die Versorgung mit Bargeld auch auf kleineren Dörfern" sei eine Leistung, die gerade Kreditinstitute wie die VR Bank erbringen müssten, ist Mertens überzeugt.

Betriebswirtschaftlich uninteressant, nicht jedoch angesichts des Orts: In Nettesheim entstand 1891 mit der damaligen Spar- und Darlehenskasse an der Martinusstraße die älteste Wurzel der heutigen VR Bank, die 2016 ihr 125-Jahr-Jubiläum gefeiert hatte.

Quelle: NGZ
 
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