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Rommerskirchen
Wilde Früchte zum Selbstpflücken

Rommerskirchen: Wilde Früchte zum Selbstpflücken
Viele von den schwarzen Johannisbeeren sind nicht mehr da, Naschkatzen müssen sich bis zum nächsten Jahr gedulden, wenn die von Willi Kremer-Schillings gepflanzten Obststräucher wieder Früchte tragen. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Landwirt Willi Kremer-Schillings hat Obststräucher und -bäume an der Gillbachaue gepflanzt, damit sich Spaziergänger an den Beeren, Äpfeln, Birnen und Kirschen erfreuen können. Er hofft, dass sein Beispiel Schule macht. Von Bernd Rosenbaum

Für seine Aktion hat Willi Kremer-Schillings eine einfache Begründung: "Ich habe Spaß daran, wenn die Leute Freude daran haben." Der leidenschaftliche Landwirt hat sich etwas ausgedacht, wovon Spaziergänger vor allem im sommer und Herbst profitieren. An der Gillbachaue, wo er auch seinen Hof hat und wo er aufgewachsen ist, pflanzte Kremer-Schillings Johannisbeersträucher, die inzwischen bereits reiche Frucht tragen - beziehungsweise trugen, denn die meisten Beeren sind bereits weggenascht.

"Wir hatten in unserem Garten ein paar Johannisbeersträucher zu viel. Für den Kompost waren die mir zu schade", erinnert sich Kremer-Schillings. Also pflanzte er sie vor zwei Jahren auf öffentlichem Gelände in der Gillbachaue aus, natürlich mit Zustimmung der Gemeinde. Und weil ihm die ursprünglich zwei, drei Pflanzen zu wenig waren, machte er von ihnen Ableger, zog diese an und setzte sie dazu. Inzwischen wachsen entlang des Bachlaufs sieben rote und schwarze Johannisbeeren sowie einige Stachelbeersträucher.

Doch bei den Beeren blieb es nicht. Im vergangenen Jahr pflanzte Kremer-Schillings gleich ganze Bäume. Auf der Wiese neben dem Spielplatz an der Albrecht-Dürer-Straße/Ecke Max-Ernst-Straße setzte er drei alte Obstsorten aus, die er von der Biologischen Station in Knechtsteden geschenkt bekam. "Die Wurzeln waren wohl von Wühlmäusen geschädigt worden, daher war man sich in Knechtsteden nicht sicher, ob die Hochstämme noch einmal anwachsen würden", so der Landwirt. Und weil auch dabei drei für Willi Kremer-Schillings nicht genug waren, besorgte er bei einem Stommelner Gartenbaubetrieb auf eigene Kosten drei weitere Bäume und pflanzte sie ein. Natürlich hat er auch vor dieser Aktion bei der Gemeinde nachgefragt. "Dort hat man das sofort befürwortet", sagt Kremer-Schillings. Alle sechs Bäume haben den vergangenen Winter gut überstanden und sich kräftig entwickelt, sehr zur Freude ihres Pflanzers, der nun auch am Spielplatz noch ein paar Johannisbeeren ansiedeln möchte.

"Ich finde es so schade, wenn ich mir die angelegten Gärten in dem Neubaugebiet anschaue und dort vor allem Rollrasen, Thuja und Gabionen vorfinde", so Kremer-Schillings. Er wolle den Menschen mit seinen Pflanzaktionen zeigen, "was sonst noch so alles in der Natur vorkommt". Er würde sich besonders freuen, wenn sein Beispiel Schule machte. "Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde nichts dagegen hätte", erklärt Kremer-Schillings zuversichtlich.

Den Hang zum Urban Gardening (siehe Kasten), wie das Gärtnern im öffentlichen Raum auch genannt wird, hat Kremer-Schillings wohl von seiner Mutter Gertrud. Schon vor vielen Jahren hat sie am Gillbach in der Nähe der Mittelstraße einen Ziergarten angelegt, den sie heute noch pflegt. Allerdings sucht die heute 94-Jährige inzwischen einen Nachfolger, der Spaß daran hätte und sich weiter um die bunte Blumenpracht kümmern würde.

Quelle: NGZ
 
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