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Rommerskirchen
Windpark Muretal: Zuschlag für RWE

Rommerskirchen: Windpark Muretal: Zuschlag für RWE
Das zwischen Nettesheim und Oekoven liegende Mureteal in Sichtweite des BoA-Kraftwerks in Neurath ist für viele Windkraftbetreiber schon lange ein favorisiertes Areal, um dort Windparks errichten zu können. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Die RWE-Tochter Innogy will ein Konzept für einen Windpark erst dann vorstellen, wenn Planungsrecht geschaffen ist. Von Sebastian Meurer

Das Rennen um das "Muretal" als künftigen Standort für Windkraftanlagen hat das Unternehmen BMR aus Hückelhoven gemacht. Die Firma ist im Auftrag von RWE Innogy tätig, wie Guido Beckers, einer der geschäftsführenden Gesellschafter von BMR, betont, der ansonsten auf das Essener Unternehmen verweist. Auch RWE Innogy hält sich einstweilen bedeckt: Eine Unternehmenssprecherin nennt hier das durch den neuen Regionalplan nötige Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan. Das könnte zum Jahresende abgeschlossen sein.

Wie berichtet, will die Gemeinde fünf Windkraft-Konzentrationszonen ausweisen, eine davon im zwischen Nettesheim-Butzheim und Oekoven liegenden "Muretal". RWE Innogy will zunächst abwarten, bis Planungsrecht besteht. Eine weitere Voraussetzung sieht das Unternehmen darin, "sich in der Zwischenzeit mit den Planungsbeteiligten zu einigen", wie die Unternehmenssprecherin sagt. Erst dann "wird RWE Innogy ein entsprechendes Windparkkonzept entwickeln und vorstellen", so die Sprecherin.

Aus dem Rennen ist damit das Wiesbadener Unternehmen Abo-Wind, das im Frühjahr eine Eigentümerversammlung in Rommerskirchen abgehalten hatte. Dies gilt laut Abo-Wind-Sprecher Alexander Koffka jedoch nicht für die Pläne im Butzheimer Bruch, wo das Unternehmen eine Bauvoranfrage gestellt hat. Gegenüber Aussagen von Windkraft-Kritikern betonte Koffka jetzt noch einmal nachdrücklich, dass der Abstand zur Wohnbebauung bei 800 Metern liegen solle: Andere Darstellungen seien falsch. Im Nachklang der Bürgerversammlung waren die durchaus nicht mehr vagen Pläne für Windanlagen im "Muretal" bekannt wurden. Im Gespräch sind diese schon lange: So hatte vor zwei Jahren das Hamburger Unternehmen e3 bereits ein ähnliches Treffen in Stommeln organisiert, um das Terrain zu sondieren. "Im Gemeindegebiet sind seit vielen Jahren verschiedene Windkraftbetreiber in Gesprächen mit der Landwirtschaft, um mögliche Flächen zu sichern", sagt Rathaussprecher Elmar Gasten. Worauf er nicht hinweist: Einige Flächen sollen sich bereits im Eigentum von RWE befinden, was dem Energieversorger, beziehungsweise einer Tochter wie Innogy, natürlich einen Startvorteil verschafft.

Dass ein Großteil der Eigentümer bei BMR unterschrieben habe, kann Hans-Gottfried Hambloch nur für sich selbst bestätigen. Hambloch ist ein Ansprechpartner für die interessierten Unternehmen gewesen und hat auch eine Eigentümerversammlung organisiert. Ursprünglich seien es über 40 Eigentümer gewesen, sagt er. "Es waren sehr viele kleine Eigentümer dabei, auch die Kirche", so der Landwirt.

Die in Frage kommende Fläche sei jedoch von 250 auf nunmehr 157 Hektar reduziert worden, sagt Hans-Gottfried Hambloch. Über konkrete Pläne, wann gebaut werden soll, ist ihm nichts bekannt. Richtig ist aber auch wohl nach seinen Informationen, dass es recht zügig gehen voran gehen solle. Dabei sei die Rede davon gewesen, dass die Anlagen im Herbst 2017 in Betrieb gehen könnten.

Quelle: NGZ
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