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Rommerskirchen
Zäher Kampf gegen wilde Müllkippen

Rommerskirchen: Zäher Kampf gegen wilde Müllkippen
Der Glascontainer am Mariannenpark gehört zu den Punkten, die regelmäßig gesäubert werden müssen. Nicht nur, dass Glas falsch deponiert wird, auch Unrat wird hier oft entsorgt. Der Mann auf unserem Foto verhält sich aber vorbildlich. FOTO: Salz
Rommerskirchen. Vizebürgermeisterin Peiffer fordert "mehr Dampf" für ein sauberes Rommerskirchen. Bereitschaft zum Säubern gering. Von Sebastian Meurer

Mit einem Sieg oder auch nur mit größeren Erfolgen im Kampf der Gemeinde gegen wilde Müllkippen ist fürs Erste nicht zu rechnen. Knapp ein halbes Jahr nach der traditionellen Putzaktion "Fit für den Frühling" zog Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert jetzt im Ausschuss für Bauangelegenheiten, Natur und Umwelt ein recht pessimistisches Fazit. "Leider geht das Aufkommen an wildem Müll nicht zurück, und so gibt es zahlreiche Stellen im Gemeindegebiet, die eigentlich ein häufigeres Aufräumen erfordern", sagt Reimert. "Der wilde Müll stagniert zwar, rückläufig ist er aber nicht", betonte er. Ein besonders unverfrorenes Beispiel: Am Nettesheimer Friedhof waren kürzlich Autoglasscheiben abgelagert worden, die auf herkömmlichem Wege jedoch nicht entsorgt werden können. Die Gemeinde hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Eine Trendwende scheint nicht in Sicht zu sein: "Auch durch die Verstärkung des Bauhofs bekommen wir das Problem nicht ganz in den Griff", machte der Tiefbauamtsleiter im Umweltausschuss deutlich. Gerade für die Beseitigung von so genanntem Bückmüll bleibe den Mitarbeiter des Bauhofs angesichts ihrer vielfältigen Aufgaben oft nur noch wenig Zeit, so Reimert. Durchaus ausbaufähig erscheint nach seiner Darstellung auch die Beteiligung an der im Mai gestarteten Aktion "Sauberes Rommerskirchen - Wir suchen (K)ehrenbürger". Gemeinsam mit dem Eckumer Dieter Simons - er konnte an der Sitzung nicht teilnehmen - hat die Gemeinde sowohl die (Schützen-)Vereine, als auch die Bürger insgesamt zu mobilisieren versucht. Zumindest was letztere angeht, "sieht die Resonanz allerdings nicht so gut aus", sagte Reimert in seinem Lagebericht. Von den gut 150 in der Gemeinde ansässigen Vereinen haben sich zwei zurückgemeldet: (K)ehrenbürger wollen demnach die St. Maternus-Bürgerschützen aus Sinsteden sowie die St. Sebastianus-Schützen aus Anstel werden. SPD-Fraktionschef Ralf Steinbach lobte das Engagement nahezu aller Schützen. Sein Fraktionskollege Harry Marquardt verwies darauf, dass Bruderschaften und Schützenvereine, die sich nicht für die Aktion gemeldet hätten, dennoch schon seit Jahr und Tag für die Umwelt aktiv seien - so etwa die Sebastianer aus Nettesheim-Butzheim, die neben manch anderem auch den Martinuspark pflegen. Marquardt zufolge leisteten sie "einen großen Teil der Arbeit, der sonst von der Gemeinde bewältigt werden müsste". Für Bürgermeister Martin Mertens besteht "das Kernproblem darin, dass die Vereine nicht die ganze Gemeinde abdecken". Wie Rudolf Reimert deutlich machte, ist auch der Rücklauf seitens der gleichfalls angeschriebenen Einzelhändler und Gewerbebetriebe bislang "eher bescheiden".

Letzten Endes steht und fällt dem Tiefbauamtsleiter zufolge der Erfolg mit der Anzahl der an der Aktion beteiligten Menschen. Immerhin seien "erste kleine Schritte erfolgt", so der Tiefbauamtsleiter. Nicht genug ist all dies für Maria Peiffer: Die ihr Amt Ende September aufgebende Vizebürgermeisterin beharrte ungeachtet der vorhandenen Schwierigkeiten auf "mehr Dampf" beim Engagement für eine saubere Gemeinde.

Quelle: NGZ
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