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Rommerskirchen
Ziegelhof wird wieder Pferdepension

Rommerskirchen: Ziegelhof wird wieder Pferdepension
Juliane von Fürstenberg und Ernst Primosch (mit Hund Lucca) haben viele Pläne für den Ziegelhof. Bürgermeister Martin Mertens erhofft sich dadurch eine Attraktivitätssteigerung für die Gemeinde. FOTO: ANJA TINTER
Rommerskirchen. Die neuen Betreiber Juliane von Fürstenberg und Ernst Primosch wollen auch züchten und einen Reitverein ansiedeln. Von Sebastian Meurer

Dass es einiges zu tun geben würde, hatte Ernst Primosch geahnt und einkalkuliert, als er im Oktober 2014 den Ziegelhof ersteigerte. Wie viel Arbeit eine erste "Grundreinigung" tatsächlich erfordern würde, hat ihn und seine Frau Juliane von Fürstenberg dann aber doch gehörig überrascht.

Ein Vierteljahr lang waren täglich drei bis vier Leute damit beschäftigt, das Gelände halbwegs wieder in Schuss zu bringen. Zu erledigen ist trotzdem noch einiges, bis das anvisierte Ziel, hier eine Pferdepension einzurichten, tatsächlich erreicht ist. Juliane von Fürstenberg, seit kurzem stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Dressur im Kreis-Pferdesportverband Neuss, setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: Im Herbst soll es soweit sein und im Winter könnte es dann hier die erste Veranstaltung geben, wie Ernst Primosch ergänzt.

Langeweile wird bis dahin sicher nicht aufkommen. Das rund 1800 Quadratmeter große Dach von Reitstall und -halle muss als erstes erneuert werden, ehe die übrigen Instandsetzungsarbeiten peu à peu in Angriff genommen werden können. In seinem derzeitigen Zustand gilt nicht nur dieses Gebäude auf dem weitläufigen Gelände des Ziegelhofs als akut einsturzgefährdet. Intensive Kontakte zur Unteren Bauaufsicht des Rhein-Kreises Neuss sind angesichts dessen unvermeidlich: "Wenn die Behörden weiter so konstruktiv sind", ist Ernst Primosch optimistisch, dass der anvisierte Zeitrahmen sich einhalten lässt. Bürgermeister Martin Mertens versichert den neuen Betreibern des Ziegelhofs nicht nur insoweit seine Unterstützung. Nur eine der zurzeit noch offenen Fragen besteht Primosch zufolge darin, "ob das Dach mit Solarenergie ausgestattet wird oder nicht". Als "großartiges Projekt" wertet Mertens vor allem, dass Juliane von Fürstenberg aus dem Ziegelhof wieder "einen Ort der Begegnung" machen will. Für den Rathauschef wäre dies ein weiterer Faktor, "die Attraktivität der Gemeinde noch zu erhöhen".

"Die Lesemanns haben hier Großartiges geleistet", zollt Juliane von Fürstenberg den früheren Eigentümern hohes Lob. Mit Events wie dem "Winterzauber" oder seinen Sommerfesten reichte die Anziehungskraft des Ziegelhofs weit über die Region hinaus. "Es wird auch wieder einen Verein geben", kündigt Juliane von Fürstenberg an. Zudem wollen sie und Ernst Primosch ihre bisherige Zucht mit derzeit fünf Pferden hier weiterbetreiben. Klar ist für die beiden, "dass wir nicht in Konkurrenz zur Nachbarschaft treten wollen", betont Juliane von Fürstenberg. Mit Günter Klomfass, dem Eigentümer des Neu-Hövelerhofs, habe sie "sehr gute Gespräche geführt." Gleiches gelte für etliche Mitglieder des auf dem Ziegelhof zuletzt ansässigen Reitvereins.

Zwei Drittel der einst hier heimischen Pfauen haben sie und Ernst Primosch verschenkt, die restlichen elf "werden von uns fleißig gefüttert", sagt Juliane von Fürstenberg. Die 57 Haflinger, die zuletzt auf dem Ziegelhof lebten, sind bis auf drei Ausnahmen alle verkauft. Eine 31 Jahre alte Stute und zwei nur wenig jüngere Pferde befinden sich derzeit in der Obhut eines Tierarztes.

Quelle: NGZ
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