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Solingen
15 Millionen für Schloss Burg

Solingen: 15 Millionen für Schloss Burg
FOTO: Radtke
Solingen. Mit der Zusage von Bundesmitteln in Höhe von 15 Millionen Euro rückt eine Sanierung der Anlage näher. Nun sind Land und Eigentümerstädte am Zug. Von Martin Oberpriller

Es war ein guter Tag für das Wahrzeichen des Bergischen Landes. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern Grünes Licht gegeben für eine Sanierung von Schloss Burg. In den kommenden zwei Jahren sollen Bundesmittel in Höhe von 15 Millionen Euro fließen, so dass die umfassende Instandsetzung des historischen Gemäuers jetzt ein gutes Stück näher gerückt ist.

Insgesamt werden rund 30 Millionen Euro benötigt, wobei die andere Hälfte der Kosten vom Land NRW sowie den drei Eigentümerstädten Solingen, Remscheid und Wuppertal getragen werden muss. Diese befinden sich darüber zurzeit in Verhandlungen. So hatte das Land bereits fast fünf Millionen Euro an Zuschüssen aus EU- und Regionalfördertöpfen zugesagt, was gleichwohl noch nicht reicht. Denn ehe die Finanzmittel nach Burg fließen können, müssen die drei bergischen Städte ein Antragsverfahren durchlaufen, in dem dann auch die Bereitstellung von Eigenanteilen nachzuweisen ist - also von Geldern, die aus den Kassen der finanzschwachen Kommunen stammen.

Dies bedeute noch einmal eine große Kraftanstrengung, hieß es am Donnerstag dementsprechend in einer gemeinsamen Erklärung der drei Oberbürgermeister Tim Kurzbach (Solingen), Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) und Andreas Mucke (Wuppertal). Gleichzeitig ließ Solingens Stadtoberhaupt aber keinen Zweifel daran, dass die Finanzierung gelingen werde. "Wir befinden uns in guten Gesprächen", sagte der Sozialdemokrat. In einer ersten Reaktion lobte der OB die Zusage des Bundes und betonte gegenüber unserer Redaktion, dabei handele es sich um eine "absolut erfreuliche Entwicklung". Kurzbach: "Das ist ein richtiger Schub für Schloss Burg".

Eine Einschätzung, die die zwei Solinger Landtagsabgeordneten Iris Preuß-Buchholz und Josef Neumann (beide SPD) teilen. Auch sie sprachen von "neuen Perspektiven" und kündigten weitere Anstrengungen an, die noch fehlenden Mittel aufzubringen. "Jetzt geht es darum, dass die drei Städte in die Lage versetzt werden, ihren Teil für die Renovierung aufzubringen. Daran werden wir mit unseren Kollegen aus den Nachbarstädten arbeiten", sagten Preuß-Buchholz und Neumann.

Sollte es schlussendlich gelingen, die Gesamtsumme von 30 Millionen Euro bereitzustellen, käme es zunächst einmal darauf an, den Verfall des geschichtsträchtigen Gemäuers zu stoppen. Denn die Anlage bedarf nicht allein einer Modernisierung im Sinne des Tourismus. Vielmehr muss Schloss Burg in seiner Gänze saniert werden. Auf dem Renovierungsprogramm der nächsten Jahre stehen unter anderem eine Reparatur der Böschungsmauern, die Absicherung von Flächen, der Bau eines neuen Wasserableitungssystems sowie die grundlegende Erneuerung der Haustechnik.

Darüber hinaus könnte Schloss Burg aber auch wieder zu einem touristischen Anziehungspunkt gemacht werden, der Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus dem Ausland anlocken würde. So ist beispielsweise in den vorliegenden Planungen vorgesehen, den Bergfried der Anlage zu modernisieren, indem der sechsgeschossige Turm einen Aufzug erhält. Der Palas könnte wiederum behindertengerecht ausgebaut werden. Und das Grabentorhaus soll zu einem Ort für wechselnde Ausstellungen werden.

"Schloss Burg mit seiner Umgebung kann so zu einem Magneten für viele Millionen Menschen werden", sagte der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) nach der gestrigen Bewilligung der Bundesmittel. Der Christdemokrat hatte sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Schlossbauverein, den Oberbürgermeistern der drei Eigentümerstädte sowie den Landtagsabgeordneten der Region immer wieder für den Erhalt der Anlage stark gemacht - und bewertete die Entscheidung der Bundespolitiker darum als einen Meilenstein. Schloss Burg habe die Chance, "bald in neuem Glanz zu erstrahlen", betonte Hardt.

Das sieht Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), ähnlich. "Die Entscheidung, die im Haushaltsausschuss getroffen wurde, freut mich riesig", sagte Middeldorf. Der BSW-Geschäftsführer bewertet die Bewilligung der Gelder als Bestätigung der Arbeit sämtlicher Beteiligter in den zurückliegenden Jahren.

Quelle: RP
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