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Solingen
175 Jahre Beitrag zur Geselligkeit

Solingen. Die Casino-Gesellschaft Solingen feierte ihr rundes Jubiläum, blickte dabei auf ihre lange Geschichte zurück - und freut sich über neue, junge Mitglieder. Von Alexander Riedel

Als alles begann, hatte die Stadt Solingen gerade einmal knapp 6000 Einwohner und in puncto Freizeit und Kultur wenig zu bieten. So taten sich einige Vertreter des Bürgertums - darunter Kaufleute, Beamte und Fabrikanten - zusammen, um eine Vereinigung aus der Taufe zu heben zur "Beförderung anständiger gesellige Freuden". Davon gibt es zwar mittlerweile in der zur Großstadt gewachsenen Klingenstadt durchaus viele, und dank moderner Fortbewegungsmittel ist auch der Weg in die Metropolen des Umlands ein kurzer geworden. Von der Bildfläche verschwunden ist die Casino-Gesellschaft deswegen noch lange nicht. Jetzt feierte die Bürgergesellschaft mit Sitz an der nach ihr benannten Straße in der Innenstadt ihr 175-jähriges Bestehen - mit langjährigen Mitgliedern, Freunden und Vertretern der Politik.

"Man hat bei der Gründung sicher nicht damit gerechnet, dass sich dieses zarte Pflänzchen einer neuen Vereinigung so sprunghaft und kraftvoll entwickelt", leitete der Vorsitzende Wolfram Manstein den Abend ein. Historiker Dr. Klaus Herdeppe nahm die Gäste mit auf einen "Streifzug" durch die Geschichte der Bürgergesellschaft, aus der zu Zeiten der industriellen Revolution auch ein Verein zur Unterstützung arbeitsloser Fabrikarbeiter hervorging. Musikbeiträge der Sopranistin Barbara Pickenhahn mit Arien aus Opern von Mozart, Verdi und Puccini ergänzten den Vortrag - in Anspielung darauf, dass die Casino-Gesellschaft durch diverse Konzertabende einst das musikalische Leben in der Klingenstadt mitprägte.

Eine andere große Leidenschaft der Mitglieder war stets das Kegeln, dem drei aus der Vereinigung hervorgegangene Kegelgesellschaften im Keller des Casino-Gebäudes noch heute regelmäßig frönen. "Zu unseren Veranstaltungen gehören weiterhin unter anderem unser Neujahrsball auf Schloss Burg, ein Jazz-Frühshoppen im Sommer an der Wupper, unsere Stammtische an jedem ersten Freitag im Monat sowie Wanderungen und Segeltörns", berichtete Wolfram Manstein, der im vergangenen Jahr den Vorsitz der Gesellschaft von Manfred Stock übernommen hatte. "Es ist eine sehr schöne Aufgabe, weil bei uns alles sehr harmonisch abläuft", erzählte er. Viele Mitglieder seien privat miteinander befreundet.

Besonders freut sich der Vorsitzende über eine Trendwende bei der Entwicklung der Mitgliederzahl: "Die wächst seit eineinhalb Jahren wieder." Trotz aller Zwänge zur beruflichen Flexibilität und der damit verbundenen Wohnortwechsel und auch der Vielfalt an Freizeitangeboten in der Gegenwart gebe es wieder Zulauf von jüngeren Interessenten. Die Casino-Gesellschaft hat derzeit rund 70 aktive Mitglieder.

Quelle: RP
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