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Solingen
3 D-Druck bietet Chancen für die Aus- und Weiterbildung

Solingen. Für Anke Peiniger ist 3 D-Druck nichts Neues. "Das gibt es bereits seit 1983, erfunden wurde es in den USA", sagt die Personalberaterin. Erst in den vergangenen Jahren aber sei diese technische Innovation zu Ehren gekommen - auch in Deutschland. Und geht es nach der klingenstädtischen Wirtschaftsförderung, dann soll Solingen in Sachen 3 D-Druck eine Vorreiterrolle übernehmen - jedenfalls in NRW. Denn, so die Überzeugung, wer bei diesem Thema den Zug verpasst, läuft je nach Branche Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Anke Peiniger hält 3 D-Druck für "eine lohnenswerte Investition in die Zukunft". Doch sollte Solingen besser nicht in die 3 D-Druck-Industrie investieren. Das hätten bereits andere getan. "Airbus druckt in Hamburg beispielsweise schon Rohre, im Süddeutschen ist die Automobilindustrie bereits in diesem Segment tätig", sagt Peiniger. "Und in einer Stadt, in der die Bürger immer weniger Produktionsstandorte akzeptieren, müssen wir auf andere Felder setzen als auf klassische Industrie", sagt Anke Peiniger.

Von daher könnte Solingen punkten, wenn die Bereiche Aus- und Weiterbildung ins Blickfeld genommen werden. Gestaltungs-technische Assistenten, physikalisch-technische Assistenten - beides Berufe, die am Technischen Berufskolleg angeboten werden, oder auch Assistenten für Automatisierung oder Produktdesign - alles etablierte Ausbildungsberufe, die für den Bereich 3 D-Druck genutzt werden können. "Wir haben alles vor der Haustüre, Solingen ist auch Uni-Standort. Wir sollten auf die peripheren Bereiche setzen", sagt Anke Peiniger.

Ein Feld sei zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Süßwarenfachschule in Gräfrath. "Das Fraunhofer Institut hat für die Herstellung von Konditorartikel aus Marzipan ein 3 D-Druckverfahren entwickelt und bringt gerade die ersten Drucker erfolgreich in den Markt. Diese Technik wird sicherlich auch bald in der Fachschule eingesetzt werden", so Peiniger.

Die Personalberaterin hält es aber für erforderlich, "jetzt und nicht erst in drei Jahren" die Aus- und Weiterbildung zu forcieren. Zumal sich einige Berufe in ihrer jetzigen Form sehr stark verändern werden. Den Formenbauer, den Zahntechniker oder auch den Werkzeugmechaniker zählt Anke Peiniger dazu, die durch 3 D-Druck in naher Zukunft ins Hintertreffen geraten werden.

Auch neue Ausbildungsgänge in Sachen 3 D-Druck zu kreieren, dazu wäre Solingen imstande. "Zusammen mit der IHK-Lehrwerkstatt, dem Technischen Berufskolleg, dem Forum Produktdesign - wir haben doch alles vor Ort, damit dies gelingen kann", sagt Anke Peiniger. Sie regt hier einen Runden Tisch an, an dem alle Beteiligten sich einbringen. "Neue Ausbildungsgänge, Infoveranstaltungen und Kongresse bringen Menschen nach Solingen und machen die Stadt noch bekannter und bringen dadurch auch Umsatz", so Peiniger. Das Netzwerk 3D-Druck biete schon ein tolle Plattform: "Der Anfang ist gemacht und muss jetzt strategisch geplant ausgebaut werden."

(uwv)
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