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Solingen
300 Musiker spielen im Industriemuseum

Solingen. Beim Musikfest in der Schmiede boten die Schüler der Musikschule ihr Programm zwischen Gesenken und Maschinen. Von Maxine Herder

Auf ihren großen Auftritt hat sich Cleo gut vorbereitet: "Ich übe jeden Tag eine Stunde", erzählt die Zehnjährige. Ihr Violinen-Solo des ersten Satzes des Concertino G-Dur von Ferdinand Küchler kann die Viertklässlerin, die seit zweieinhalb Jahren Geigenunterricht hat, beim großen Musikfest in der Schmiede im Industriemuseum dann sogar ohne Noten spielen, sie hat alles auswendig gelernt. "Ich bin zufrieden mit meinem Auftritt", sagt Cleo, als sie vom Schlüssellager, in dem sie ihren ersten Auftritt hatte, in die Schneiderei eilt. Dort wird sie gleich noch mit dem Jugend-Streich-Orchester ihr Können zeigen.

Rund 300 Schüler der Städtischen Musikschule aller Altersgruppen, aus allen Fachbereichen, mit Streich-, Blas- oder Tasteninstrumenten stehen beim gemeinsamen Museumsfest von Industriemuseum und Musikschule, das erstmals unter dem Titel "Musikfest in der Schmiede" steht, am Samstagnachmittag auf der Bühne: Solisten wie Ensembles, modernere Stücke sind ebenso zu hören wie Renaissance- und Barockmusik. Aus der Cello-Klasse von Katrin Geelvink sind fünf Schüler zwischen zehn und 15 Jahren dabei. "Es wird vorher auf jeden Fall intensiv geübt, damit das Stück dann auch sitzt", sagt sie. Viele Schüler, die schon länger in der Musikschule lernten, würden die jährlichen Auftritte zwischen Gesenken, Scheren und schweren Maschinen auch schon kennen. "Sie wissen, was das für ein Event ist, viele sind wirklich schon sehr routiniert." Seit rund fünf Jahren, sagt Ulrich Eick-Kerssenbrock, Leiter der Städtischen Musikschule, feierten sie jedes Jahr im und mit dem Industriemuseum. "Das Ambiente hier ist einfach toll, die Atmosphäre ist etwas Besonderes. Hier treffen sich alte Industriekultur und Musik." Zugleich böten die Räume die Möglichkeit, drei Konzerte gleichzeitig stattfinden zu lassen. Erstmals hat die Musikschule dabei darauf verzichtet, die Schüler in Fachbereichskonzerten antreten zu lassen, stattdessen spielen sie gemischt hintereinander. "So gelingt es, ein ganz buntes Bild zu vermitteln", findet Eick-Kerssenbrock. "Was die Schüler hier zeigen, ist eine ganz schöne Leistung, es macht einfach Spaß, zuzuhören."

In der fast voll besetzten Schneiderei erklingen gerade die letzten Töne des Konzertes der Kotten Klub Big Band. Zum zweiten Mal spielt die Gruppe beim Musikfest im Industriemuseum, Posaunist Thomas Braun, der seit einem dreiviertel Jahr zur Big Band gehört, ist zum ersten Mal dabei. "Das Ambiente hier ist einfach super und trotz Dürpelfest hat es sich noch gut gefüllt", freut er sich.

Quelle: RP
 
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