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Solingen
Ab 2016 Ökostrom der Bürger-Genossenschaft

Solingen. Zusammenarbeit mit den Stadtwerken - Erlöse fließen in den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung. Von Benjamin Dresen

Der "BESG Bürgerstrom" der BürgerEnergie Solingen (BESG) ist ein Produkt für anspruchsvolle Stromkunden. Ausgezeichnet mit dem OK-Power-Label garantiert er Ökostrom aus 100 Prozent regenerativen Quellen. Besonders ist, dass durch die Erlöse in der Region Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von "grünem" Strom entstehen. 0,5 Cent pro Kilowattstunde werden für den Bau bürgereigener Photovoltaik-Anlagen in Solingen eingesetzt. "Es ist wichtig, dass man sehen kann, dass etwas passiert", sagt BESG-Vorstandssprecherin Ingeborg Friege. Der Arbeitspreis liegt mit 27,55 Cent je Kilowattstunde nach Aussage der Stadtwerke etwa auf dem Niveau des Grundversorgungstarifs für Privathaushalte.

Dass BESG und Stadtwerke gemeinsam einen Ökostrom-Tarif anbieten, verwundert auf den ersten Blick. Schließlich versorgen die Stadtwerke nach Aussage von Vertriebsleiter Stefan Ziebs selbst zwischen 8000 und 9000 Kunden im Tarif Ökoplus mit grünem Strom. Dessen Erzeugung aus Wasserkraft verursacht kein CO2, darüber hinaus sind seine Qualitätskriterien aber nicht so weitgehend wie beim BESG Bürgerstrom. "Es gibt keine Kannibalisierung der beiden Produkte", betont Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schwarberg. Vielmehr erreichen die Stadtwerke mit dem Bürgerstrom nun auch "ökologisch anspruchsvolle Kunden".

Die Marge des Produkts fließt zu gleichen Teilen an die Stadtwerke und die BESG. Auch die Arbeit teilen sich beide Partner. Die BESG kümmert sich um Kundenansprache, Verkauf und Marketing, während die Stadtwerke ihre Expertise bei Verträgen, Abrechnung, Kundenbetreuung und Einkauf einbringen. Bereits jetzt kann das Produkt über die Internetseite der BESG unter www.buergerenergie-solingen.de/Strom bestellt werden. Dort finden sich neben dem Antragsformular auch das Preisblatt und die Lieferbedingungen. Etwa 100 bis 200 Kunden hat sich die BESG für das erste Jahr zum Ziel gesetzt, wie Ingeborg Friege mitteilt.

Die BürgerEnergie Solingen hatte sich im Februar als Genossenschaft gegründet, um die Energiewende in der Region mitzugestalten. Sie zählt aktuell 115 Mitglieder, die einen Beitrag von 500 Euro im Jahr zahlen. Am 1. Oktober hatten Stadtwerke und BürgerEnergie einen Kooperationsvertrag geschlossen. Der BESG Bürgerstrom soll der erste Schritt zu einer dezentralen Energieversorgung sein. "Die Themen Energiewende und Klimawandel führen uns zusammen", erklärt Schwarberg die Kooperation. Zwei gemeinsame Ziele stellten sich heraus: Die Verringerung des CO2-Ausstoßes in Solingen und die Förderung regenerativer Energiequellen, auch außerhalb der Stadtgrenzen. Letzteren sind in Solingen enge Grenzen gesetzt, etwa was die Aufstellung von Windrädern oder den Ertrag von Photovoltaik-Anlagen betrifft.

Quelle: RP
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