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Solingen
Ab Januar Doppelspitze im Klinikum

Solingen. Prof. Dr. Thomas Standl und Barbara Matthies führen künftig die Geschäfte des Krankenhauses.

Mit breiter Mehrheit haben der Beteiligungsausschuss sowie der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Wohnungswesen, Senioren und Beschäftigungsförderung in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, zu Beginn des neuen Jahres einen medizinischen Geschäftsführer zu installieren. Prof. Dr. Thomas Standl (Foto / l.), Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin, wird an der Seite der kaufmännischen Geschäftsführerin Barbara Matthies (Foto / r.) arbeiten. Auch der Aufsichtsrat hatte die Personalie beraten und empfohlen.

Gleichwohl äußerten gestern CDU, BfS und FDP scharfe Kritik am Verfahren rund um die Bestellung eines weiteren Geschäftsführers. Die Besetzung der Position wird zwar nicht in Frage gestellt, wohl aber das Vorgehen des Oberbürgermeisters. Der habe, so CDU-Vorsitzender Sebastian Haug, "eigenmächtig bestimmt und handstreichartig die Veränderungen bekanntgegeben. Haug: "Damit missachtet er in eklatanter Weise die Zuständigkeiten der politischen Gremien." BfS-Sprecher Jan Salewski spricht in diesem Zusammenhang von einem "bedenklichen Demokratieverständnis" des Oberbürgermeisters. FDP-Vorsitzender Robert Weindl sieht in der Bestellung eines medizinischen Geschäftsführers einen richtigen Schritt, aber "Kurzbach hat mit seiner Gutsherrenart riskiert, dass der Ausschuss auf Grund mangelnder Informationen der Bestellung eines zweiten Geschäftsführers nicht zustimmt", so Weindl.

Schon seit geraumer Zeit befindet sich das Klinikum, zumindest finanziell, in sprichwörtlich rauen Gewässern - und in Zukunft stehen die Zeichen ebenfalls eher auf Sturm. Denn nachdem das Krankenhaus auch 2017 nicht aus den Roten Zahlen kommen und bis Ende des Jahres erneut ein Millionendefizit angehäuft haben wird - bis Ende August betrug der Verlust 1,85 Millionen Euro -, soll nun ein umfangreiches Sanierungsprogramm die Wende bringen.

Dabei wollen Standl und Matthies Hand in Hand arbeiten und die Wende zur finanziellen Besserung bringen: Die Doppelspitze soll künftig schnellere und effizientere Führungs- und Entscheidungsstrukturen sicherstellen. Ziel ist es, die medizinischen Potenziale konsequent weiterzuentwickeln, um schnell höhere Auslastungszahlen und bessere Ergebnisse zu erzielen. Das Städtische Klinikum mit seinen 16 fachärztlich geführten Klinken, Instituten und interdisziplinären Zentren beschäftigt über 1900 Mitarbeiter und hält für Patienten 658 Betten vor. Träger des Krankenhauses ist die Stadt - und es soll auch weiter komplett in kommunaler Trägerschaft bleiben.

So wollen es jedenfalls Oberbürgermeister Tim Kurzbach und der zuständige Dezernent Jan Welzel. Durch die mit der Doppelspitze verbundene engere Verzahnung zwischen dem kaufmännischen und medizinischen Bereich, einschließlich der Pflege, soll die medizinische Kompetenz des Hauses an der Gotenstraße entscheidend gestärkt werden.

Thomas Standl wird ab Frühjahr 2018 neben der medizinischen Geschäftsführung zudem die Funktion des ärztlichen Direktors in Personalunion ausüben. Ende März scheidet der jetzt amtierende ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Jens Buhl, aus. Dem Klinikum bleibt der Chefarzt der Neurochirurgie aber erhalten. Er baut das Rückenzentrum aus.

(uwv)
 
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