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Solingen
Ab Juni plant Stadt mit 100 Flüchtlingen pro Monat

Solingen: Ab Juni plant Stadt mit 100 Flüchtlingen pro Monat
An der Zietenstraße wird derzeit eine Unterkunft für Flüchtlinge gebaut. Ein ähnliches Haus soll an der Nibelungenstraße entstehen. FOTO: Köhlen (Archiv)
Solingen. Verwaltung informierte in der evangelischen Kirche Ketzberg zum Bau des Flüchtlingshauses an der Nibelungenstraße. Von Benjamin Dresen

Die Infoveranstaltung zum geplanten Flüchtlingshaus an der Gräfrather Nibelungenstraße war nicht die erste. Auch an der Jaspersstraße, der Zietenstraße und der Neuenkamper Straße entstehen solche Häuser. Und doch ist sie immer wieder aufs Neue notwendig, um Zusammenhänge zu klären und Fragen zu stellen.

Ordnungsdezernent Jan Welzel wies auf die "besondere Situation" hin: "Solingen ist verpflichtet, Menschen aufzunehmen." Die Verwaltung versuche, die Flüchtlinge dezentral über das Stadtgebiet zu verteilen. Da nicht genug Wohnungen vorhanden seien, habe die Stadt den Bau der vier Holzhäuser auf den Weg gebracht.

Von rund 2700 Menschen in der Stadt mit laufenden oder abgeschlossenen Asylverfahren sind 833 in Wohnungen untergebracht, wie Flüchtlingskoordinator Dirk Wagner erklärte. Nur noch 129 Personen sind in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (ehemaliges Finanzamt und Henri-Dunant-Dorf) untergebracht. Daher sollen im früheren Finanzamt in Kürze keine Flüchtlinge mehr untergebracht werden. Ab Juni plant die Stadt nur noch mit 100 neuen Flüchtlingen pro Monat statt wie bisher 200.

Der städtische Pressesprecher Lutz Peters informierte zum Holzhaus. Für die Nibelungenstraße und auch für die Neuenkamper Straße seien die Bauanträge in Bearbeitung. Weiter fortgeschritten sind die Häuser an der Jaspersstraße, das im Juni fertig sein soll, und an der Zietenstraße. Wie an den anderen Standorten soll an der Nibelungenstraße ein zweistöckiges Gebäude (16,7 x 42,5 Meter) mit 21 Wohnungen für bis zu 100 Menschen entstehen.

Um das Gebäude zu errichten, muss eine Tongrube verfüllt werden. Hierzu hatten Anwohner die Sorge, dass zu viele Lkw die Stichstraße befahren müssten. Manfred Müller von den Technischen Betrieben erklärte, dass 400 Lkw-Ladungen notwendig seien und das Verfüllen zwei Wochen dauern soll. Die Zuwege der Anlieger zu ihren Häusern seien auch während dieser Zeit gesichert. Noch ist nicht klar, wer an der Nibelungenstraße wohnen wird, wie Flüchtlingskoordinator Dirk Wagner erklärte. "Wir sind sehr daran interessiert, überwiegend Familien dort unterzubringen." Gute Erfahrungen habe man damit gemacht, "alleinreisende junge Männer" mit Familien zusammenzubringen.

Heike Weck von der evangelischen Kirchengemeinde Ketzberg warb für Patenschaften von Flüchtlingen. "So lernt man Deutsch, so lernt man Integration", betonte sie. Reinhard Burski von "Gräfrath hilft" berichtete nach mehreren Monaten Flüchtlingsarbeit: "Wir haben die sogenannten kulturellen Unterschiede nicht feststellen können." Eine junge Anwohnerin der Nibelungenstraße entgegnete, sie finde es "befremdlich, dass kulturelle Unterschiede heruntergespielt werden". Die Bürger, die in der Nähe wohnten, fühlten sich nicht ernst genommen.

Eine ältere Anwohnerin berichtete von Ängsten, dass die Sicherheit nicht gewährleistet sein könnte. Ein Mitglied von "Gräfrath hilft" empfahl, solchen Ängsten zu begegnen, indem man die Menschen kennenlerne und nicht Bedenken in den Vordergrund stelle. Dominik Christiani von der CDU Gräfrath lud dazu ein, mit in die Asylunterkünfte zu kommen, um mit den Menschen zu sprechen und Ängste abzubauen.

Quelle: RP
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