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Solingen
Abwasserkanal soll Geld sparen und Umwelt entlasten

Solingen. Die Veranstalter durften am Ende des Infoabends aufatmen - die städtischen Pläne, Rölscheider Straße und Heribertweg in Widdert an einen Abwasserkanal anzuschließen, ernteten überwiegend die Zustimmung der Gäste im Gründer- und Technologiezentrum. Das war bei einer ersten Bürgerversammlung im Dezember noch anders gewesen: Vor allem die ungeklärte Frage nach den Kosten für die Baumaßnahme hatte für den Unmut vieler Anlieger gesorgt. Die konnte Wulf Riedel von den Technischen Betrieben am Donnerstagabend besänftigen: Er skizzierte verschiedene Möglichkeiten der Abwasserbeseitigung und verglich deren praktischen Nutzen und finanziellen Aufwand. Von Alexander Riedel

Klarer Favorit ist das System der Druckentwässerung. Einen entsprechenden Kanal, an den die rund 100 Haushalte im Plangebiet angeschlossen werden sollen, will die Stadt noch in diesem Jahr realisieren. "Im Idealfall würden die Bauarbeiten im April beginnen und wären Ende des Jahres erledigt", erklärte Riedel.

Die Ausgaben der Stadt lägen bei 500 000 Euro - und wären damit niedriger als bei den anderen möglichen Verfahren. Den Eigentümer eines Grundstücks mit einer Fläche von 500 Quadratmetern würden der notwendige Einbau einer Pumpstation sowie das Verlegen der Kanalanschlüsse und Zuleitungen insgesamt rund 9000 Euro kosten. "Wenn die Baumaßnahme abgeschlossen ist, hat die Stadt vier Jahre Zeit, um diese Beträge einzutreiben", erklärte Riedel. Hinzu kämen noch laufende Kosten, etwa durch Gebühren, in Höhe von 530 Euro. "Andere Varianten wären auch für die Anwohner teurer", machte Riedel deutlich.

Dass eine Modernisierung der Abwasserentsorgung kommen muss, ist ohnehin unstrittig. Das Landeswassergesetz in Nordrhein-Westfalen verlangt sogar danach. Und auch die Natur soll von der Druckentwässerung profitieren. "Denn der aktuelle Zustand ist umwelttechnisch eine absolute Katastrophe", sagt Riedel. Aus vielen alten Sickergruben gelangt Schmutzwasser aus privaten Haushalten in Bäche und Böden. Auch der Bau von Kleinkläranlagen ist an Heribertweg und Rölscheider Straße nicht genehmigungsfähig - trotz ihres ländlichen Charakters gehören die Gebiete offiziell zum städtischen Innenbereich.

Mit dem geplanten Kanal will die Stadt eine kleine Lücke in der Entwässerung schließen: Bislang sind 98 Prozent der Haushalte an die Kanalisation angedockt. "Das ist ziemlich gut", betont Manfred Müller, Teilbetriebsleiter im Bereich Tiefbau bei den Technischen Betrieben. Bundesweit liegt die Anschlussquote bei 85 Prozent.

Quelle: RP
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