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Solingen
Adieu für Klaus Blasberg

Solingen: Adieu für Klaus Blasberg
Zahlreiche Gäste, Freunde und Weggefährten verabschiedeten Schwertstraßen-Schulleiter Klaus Blasberg gestern bei einer Feier in der Aula in den Ruhestand. FOTO: Martin Kempner
Solingen. 24 Jahre hat er das Gymnasium Schwertstraße geleitet. Mit persönlichen Worten und pfiffigen Gedanken wurde der 65-Jährige gestern in den Ruhestand verabschiedet. Jeden Tag jungen Menschen zu begegnen, bezeichnet er als großes Glück. Von Günter Tewes

Mit dem Torrero-Marsch aus der Carmen-Oper vom Schulorchester, viel Applaus, einer ganzen Reihe lobender Worte, der Verleihung gleich mehrerer Ehrentitel, persönlichen Worten und pfiffigen Gedanken über das Innenleben des Unterrichtsbetriebs ist Klaus Blasberg im Gymnasium Schwertstraße gestern in den Ruhestand verabschiedet worden.

"Achtung, Mann über Bord. Wir hatten eine tolle Zeit", riefen ihm die Schüler der Poetry Slam-Gruppe bei der Feier in der Aula mit vielen Gäste zu.

Blasberg, der versprach, das Projekt Ruhestand nun anzugehen, blickt auf eine erfüllte Dienstzeit mit 41 Jahren Lehrtätigkeit. Seit 1992 hat er das Gymnasium in der Solinger Innenstadt geleitet und geprägt. "Ich bin stolz auf unsere Schüler." Als großes Glück bezeichnete er es, "jeden Tag jungen Menschen zu begegnen".

Oberbürgermeister Tim Kurzbach bescheinigte Klaus Blasberg einer der selbstbewusstesten Schulleiter Solingens zu sein: "Über den Tellerrand zu blicken, das war für ihn immer eines der wichtigsten Lernziele. Der Modell-Versuch ,Selbstständige Schule" war wie auf seine Person zugeschnitten."

Schulleiter-Sprecherrats-Kollege Peter Wirtz (Gesamtschule Wald) bezeichnete Blasberg als "Schlitzohr" im besten Sinne: "Du warst an allen Orten, an denen Schule in der Stadt Hilfe benötigte." Das Schwertstraßen-Gebäude als 3 D-Modell zur Erinnerung überreichten ihm die Schulpflegeschafts- und Schulvereinsvorsitzenden Klaus Krieger beziehungsweise Alexander Jasse: "Er hat seine Schule geliebt und gelebt."

Nahezu 25 Jahre hat Klaus Blasberg das Gymnasium Schwertstraße geleitet. Mit den 65 Jahren, die er jetzt ist, hat er die Zeit im aktiven Schuldienst "maximal ausgeschöpft", wie er mit einem Schmunzeln im Gespräch mit unserer Redaktion erzählte. Bei der Nachfolge des Chefpostens bei dem Innenstadt-Gymnasium mit gut 1000 Schülern und 80 Lehrern wird es einen nahtlosen Übergang geben.

Neuer Rektor wird nach den Sommerferien Ulrich Nachtkamp. Der 39-Jährige ist seit 2011 stellvertretender Schulleiter an der Schwertstraße.

Klaus Blasberg stammt aus einer Solinger Schleiferfamilie und ist tief in der Region verwurzelt. Erst nach der mittleren Reife konnte er damals aufs Gymnasium wechseln, sein Abitur machen und studieren - weil das in dieser Zeit von den Eltern nicht anders zu bezahlen gewesen wäre. "Es war immer mein Traum, Schulleiter in meiner Heimatstadt zu werden." Die Aufgabe als Direktor des Gymnasiums Schwertstraße, sein Traumjob, nun hinter sich zu lassen, fällt ihm nicht leicht. Gleichwohl freut er sich auf den Ruhestand - nach der ausgefüllten und mit reichlich Überstunden versehenen Dienstzeit. "Jetzt fängt etwas Neues an." Nun hat er mehr Zeit für die Familie mit den beiden erwachsenen Kindern. Er und seine Frau Jutta Blasberg sind begeisterte Städtereisende. Mit großer Gelassenheit und viel Muße will er die nächsten Monate angehen und erst einmal, wie er sagte, "relaxen".

Klaus Blasberg hat das Innenstadtgymnasium in Solingens Schullandschaft positioniert. Es bietet sogar Chinesisch als Unterrichtsfach und unter anderem einen bilingualen Zweig für sprachbegeisterte Schüler. Der Elternzuspruch ist groß, wie die Anmeldezahlen zeigen. Das sieht Klaus Blasberg als Bestätigung der "starken und vertrauensvollen Mannschaft" an der Schwertstraße. Bildung dürfe man nicht von der Stange anbieten, betonte der Lehrer. Dankbar ist er auch über die große Unterstützung der Eltern in all den Jahren, um stets Neues bei der Schulentwicklung auf den Weg zu bringen. Hier ist die Schwertstraße sehr innovativ.

Sein Büro mit direktem Durchgang ins Schulsekretariat, in dem vor allen in den Unterrichtspausen Hochbetrieb herrscht, hat für die Schüler möglichst immer offen gestanden. Blasberg nennt das "offene Tür-Politik".

Die ist ihm "unglaublich wichtig", um die Lebendigkeit des Schul-Großbetriebs in all seinen Facetten mitzubekommen. Von jedem Tag könne er dazu eine kleine Episode erzählen - und seien es die Fünftklässler, die beim Vorbeiflitzen auf dem Schulflur den Direktor mit einem flotten Spruch keck grüßen.

Quelle: RP
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