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Solingen
Ärger über Stillstand an der Kamper Straße

Solingen: Ärger über Stillstand an der Kamper Straße
Leerstand in guter Lage: Vor 13 Jahren zogen die Beamten des Finanzamtes aus dem Gebäude an der Kamper Straße in Ohligs-Ost aus. Der Investor, der die Immobilie 2014 kaufte, will in dem Haus Wohnungen schaffen. Der Solinger Hauptbahnhof mit guten Anschlüssen nach Köln und Düsseldorf liegt in unmittelbarer Nähe. FOTO: martin Kempner
Solingen. Seit über einem Jahrzehnt steht das alte Finanzamt in Ohligs leer. Vor drei Jahren hat ein Investor das Haus gekauft. Das Ziel ist es, Wohnungen zu errichten. Doch es tut sich nichts. Von Martin Oberpriller und Uwe Vetter

Das schwarz verkleidete Haus hat schon bessere Zeiten "erlebt". An der Fassade sind die ersten untrüglichen Zeichen des Verfalls jedenfalls kaum mehr zu übersehen. Seit nunmehr 13 Jahren steht das Gebäude an der Ecke Kamper Straße / Steinstraße in Ohligs inzwischen leer. Früher waren hier einmal das Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfungen sowie die Polizeiwache Ohligs untergebracht gewesen. Doch nachdem die Polizeibeamten bereits Ende der 90er Jahre ausgezogen waren, tauschten Ende 2004 auch die Mitarbeiter der Finanzverwaltung ihr altes Domizil gegen einen schmucken Neubau im Gewerbegebiet Gleisdreieck in der City ein.

Der ehemalige Parkplatz ist teilweise zugewuchert. Zuletzt fanden dort Aufräumarbeiten statt. Das kann aus Sicht vieler aber nur ein Anfang sein. FOTO: Kempner

Inzwischen haben sich an dem Haus, das im März 2014 vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen an einen Kölner Privatmann verkauft wurde, längst Graffiti-"Künstler" verewigt. Und der Parkplatz der ehemaligen Landesimmobilie wirkt ebenfalls verwahrlost. Zwar versperren zwei Poller die Zufahrt auf das Gelände, auf dem Gestrüpp wild wuchert. Aber dies hat Unbekannte keineswegs davon abgehalten, ihren Müll dort zu entsorgen - was nicht allein für Marc Westkämper (CDU), Bezirksbürgermeister von Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, ein Ärgernis darstellt.

"Das Problem ist doch, dass eine einzige vernachlässigte Immobilie über kurz oder lang die ganze Gegend negativ zu beeinflussen in der Lage ist", sagte der Christdemokrat gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Wohl seien vor rund zwei Wochen auf dem Grundstück einige Aufräumarbeiten durchgeführt worden, berichtete Westkämper. Ansonsten jedoch vermisst der Bezirksbürgermeister weitergehende Aktivitäten. Westkämper: "Es ist an der Zeit, dass sich bei der Sanierung des Gebäudes endlich etwas tut".

Dabei gibt es durchaus Pläne, was mit dem alten Finanzamt geschehen soll. Der Käufer der Immobilie will das Bürogebäude nämlich in ein Mehrfamilienhaus umwandeln. 20 Wohnungen könnten so eines Tages entstehen - wobei die verwaltungstechnischen Voraussetzungen dafür schon seit fast einem Jahr erfüllt sind. "Eine entsprechende Baugenehmigung wurde im Juli des vergangenen Jahres erteilt", sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch auf Anfrage.

Geschehen ist allerdings seitdem noch nichts, weder im Inneren des Gebäudes noch außen. Und auch an Informationen über den Fortgang der Planungen herrscht Mangel. "Uns wurde seit geraumer Zeit kein Sachstand mehr übermittelt", sagte Bezirksbürgermeister Westkämper, der wie viele andere an dem Standort sehr wohl Potenzial zu erblicken glaubt.

Schließlich wird der Ostteil von Ohligs, in dem das Gebäude liegt, seit geraumer Zeit merklich aufgewertet. So soll in dem Viertel auf der "Rückseite" des Solinger Hauptbahnhofs demnächst ein neues Hotel entstehen. Die Firma Codecentric hat in fußläufiger Nähe ihren Verwaltungssitz errichtet. Und morgen wird zudem der Planetenweg am Galileum eröffnet, das seinerseits im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll.

Ein Zeitpunkt, zu dem sich auch an der Kamper Straße nach dem Wunsch von Politik und Stadtverwaltung eine Entwicklung zeigen sollte. "Der Investor hat drei Jahre Zeit, um sein Vorhaben zur Schaffung von Wohnungen im ehemaligen Finanzamt umzusetzen", betonte der Sprecher der Stadt gestern mit Blick auf die erteilte Baugenehmigung.

Quelle: RP
 
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