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Solingen
Ärger über ungesicherten Bahndamm

Solingen. An der Kirschbaumer Straße können Passanten ungehindert die Gleise queren - und begeben sich dabei in Gefahr. Von Uwe Vetter

Die Kirschbaumer Straße ist eng. Gleichwohl ist die Verbindung von der Kotter Straße nach Höhscheid eine viel befahrene Straße und gern genommene Abkürzung. Erst im vergangenen Jahr wurde die Straße saniert. Die Sanierung der Kirschbaumer Straße war Teil des Fahrbahndeckenprogramms 2016. Im Zuge der Baumaßnahme wurde auch die Straßenbeleuchtung erneuert. Hochleitungen wurden neu verlegt und Masten ersetzt.

Ein Geräusch hört Anwohner Sascha Reichert aber mehrmals täglich auf der erneuerten Straße. "Immer dann, wenn Autofahrer ihren Pkw zu nah an den hohen Bordstein lenken und mit den Reifen dort gegen fahren", sagt der Künstler (Kunst-Werk).

Das sei der Enge der Straße geschuldet, die früher einmal durch die sogenannte Westtangente hier entlastet werden sollte. Doch davon haben sich Politik und Verwaltung schon vor Jahren verabschiedet. Sascha Reichert und der Bezirksbürgermeister von Mitte, Richard Schmidt (SPD), sowie Bezirksvertreter Hansjörg Schweikhart (CDU) haben zwar gestern die beengten Straßenverhältnisse vor Ort in den Blick genommen.

Doch vielmehr sieht das Trio Handlungsbedarf beim fehlenden Zaun entlang der Bahnstrecke. "Hier kann jeder ebenerdig über die Gleise gehen - das ist sehr gefährlich", sagen die Bezirksvertreter insbesondere mit Blick auf Kinder.

Denn der ungeschützte Zugang und die Querung über die Gleise werde häufig als Abkürzung genommen, um rüber in die Spar- und Bauvereinssiedlung Goethestraße, Herder- sowie auch Raabestraße zu kommen. "Früher, als hier noch ein Zaun stand, sind aber deutlich häufiger Leute herübergegangen", hat Sascha Reichert beobachtet.

Aber auch er hält einen neuen Zaun aus Sicherheitsgründen für erforderlich, zumal die Strecke des Müngsteners tagsüber in der Regel im 20-Minuten-Takt bedient wird. "Aber der Zaun muss so gesetzt werden, dass er nicht wie ein Stück weiter oben zuwächst und die Fußgänger gezwungen sind, auf die ohnehin enge Straße zu gehen", so der Wunsch des Künstlers. Richard Schmidt und Hansjörg Schweikhart wollen die Situation an der Kirschbaumer Straße in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 29. Juni thematisieren. "Das ist ein Gefahrenpunkt, den müssen wir gegenüber der Stadt benennen", sagen sie und wollen auch nichts von Kompetenzgerangel wissen. Sie richten ihre Forderung nach einen Zaun jedenfalls an die Stadt. "Es kann aber sein, dass hier die Bahn zuständig ist", sagt der Bezirksbürgermeister und ergänzt: "Der Zaun muss hier wieder hin."

Schmidt und Schweikhart stellen gleichzeitig auch Überlegungen an, wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite dem Parkproblem begegnet werden kann. Denn besonders samstags und sonntags stellen hier auch Besucher der Alligators ihre Fahrzeuge ab, um über einen kleinen Weg in die nahe Sportanlage am Weyersberg zu kommen. "Das dauert nicht mal zwei Minuten", weiß Anwohner Sascha Reichert, dessen Parkplätze am Haus auch gerne in Beschlag genommen werden.

Drängender sei aber auch aus Sicht der Bezirksvertreter die Problematik mit dem fehlenden Zaun. Die Stadt hat zumindest zugesagt, dass der noch stehende Zaun im Bereich bis hoch zur Bahnbrücke an der Goethestraße erneuert wird. "Das machen die Technischen Betriebe", sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Rische.

Dort, wo derzeit kein Zaun mehr ist, weil der zu marode war und gänzlich abgerissen worden ist, läuft noch eine Anfrage an die Bahn. "Hier muss die Situation neu bewertet werden, eine Antwort der Bahn steht aber noch aus", sagt Sabine Rische.

Quelle: RP
 
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