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Solingen
"Ärger-Verpackungen" Verbraucherzentrale melden

Solingen. Aktionswochen zur Nachhaltigkeit bis 24. Juli. Ergebnisse im November in der Woche der Abfallvermeidung. Von Benjamin Dresen

Der Berg wächst. Unglaubliche 212 Kilogramm Verpackungsmüll produzierte jeder Deutsche 2013. Das liegt auch daran, dass viele Konsumgüter zu aufwendig verpackt sind. Bestes Beispiel: eingeschweißte Äpfel, Gurken und Bananen. "Es gibt immer wieder Anlass, sich über Verpackungen zu ärgern", sagt Umweltberaterin Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale am Werwolf. Die richtet in den Aktionswochen zur Nachhaltigkeit ihren Blick auf den "Verpackungsärger".

Es sind die Konsumgüter des täglichen Bedarfs, wie Nahrung, Kosmetika und Reinigungsmittel, die die Müllmenge nach oben treiben. Ogiermann zeigt Beispiele: Da ist der Reis, der in zwei Beuteln im Karton angeboten wird, wo es auch eine größere Tüte ohne Karton getan hätte. Noch absurder: Das Flüssigwaschmittel mit eingeschweißten Portionen in der halb vollen Plastikbox. "Solche Luftverpackungen sind eine Belastung für die Umwelt, weil sie Ressourcen verschwenden und den Transportaufwand erhöhen", erklärt Julia Ogiermann.

Die Verbraucherzentrale ruft dazu auf, ihr bis 24. Juli solche "Ärger-Verpackungen" zu melden. Deren Landesgeschäftsstelle wird bei den Herstellern kritisch nachfragen. Die Ergebnisse werden zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung im November veröffentlicht.

Die Gründe für die Müllzunahme sind vielfältig, wie Julia Ogiermann erklärt: Hier spielt die Verbreitung von Lebensmitteln, die "außer Haus" ("to go") konsumiert werden eine Rolle. Hinzu kommt, dass durch die Zunahme der Single-Haushalte Lebensmittel in kleineren Portionen angeboten werden und der Verzehr von Fertigprodukten steigt. Zudem tragen der Online- und Versandhandel und die kürzere Lebensdauer von Haushaltsgeräten zum Anstieg des Verpackungsmülls bei.

Um Müll zu vermeiden rät die Verbraucherzentrale, Obst und Gemüse ohne Verpackung zu kaufen und bei Getränken auf Mehrwegflaschen aus Glas zu setzen. "Damit lässt sich exzellent Abfall vermeiden", so Julia Ogiermann. Bei sensiblen Lebensmitteln gilt: lieber eine größere Packung statt viele kleine, zum Beispiel bei Käse oder Kaffeesahne. Tragetasche und Korb sind Alternativen zur Plastiktüte, um den Einkauf nach Hause zu bringen.

Das "Netzwerk Haushalt" des Deutschen Hausfrauenbundes in Solingen ist mit seinen über 100 Mitgliedern Kooperationspartner der Aktion. Die Umweltberater der Verbraucherzentrale geben ihr Wissen bei einer Info-Veranstaltung des Netzwerks an dessen Mitglieder weiter. Diese informieren nach dem Schneeballsystem Menschen in ihrem Umfeld.

Bürger können Verpackungen fotografieren und per Mail an solingen.umwelt@verbraucherzentrale.nrw senden oder in der Verbraucherzentrale am Werwolf abgeben. Zur Belohnung gibt es einen pfiffigen Helfer, der jede Zahnpastatube bis zum letzten Tropfen leert. Eine Auswahl der Verpackungen wird im Internet zu sehen sein unter www.verbraucherzentrale.nrw/verpackungsaerger.

Quelle: RP
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