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Solingen
Agenda-Preis für Genossenschaft, Jugendprojekt und Kinderkirche

Solingen. Ehrung für Menschen mit sozialem und bürgerschaftlichem Engagement im Meistermann-Saal des Solinger Kunstmuseums. Von Ulrike Kohl

"Auf diesen Abend habe ich mich ganz besonders gefreut", betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach. "Ich freue mich, wie viel Menschen sich um Nachhaltigkeit und Solidarität bemühen." Er sei stolz auf sein Solingen. Priorität müsse nachhaltige Gerechtigkeit haben, "aber es wird uns gelingen".

Der Oberbürgermeister hatte in den Meistermann-Saal des Kunstmuseums geladen, in dem am Donnerstagabend die Agenda-Preise 2015 verliehen wurden. Seit 2000 zeichnet die Stadt Bürger für ihr Engagement aus, in diesem Jahr gingen 29 Vorschläge für den Preis ein, mit dem Initiativen, Vereine, Firmen, Gruppen oder Einzelpersonen geehrt werden, die sich ehrenamtlich für eine lebenswerte Zukunft, für Solidarität und Nächstenliebe, nicht nur in Solingen selbst, einsetzen. Geehrt wurden jetzt die BürgerEnergie Solingen und das Projektbüro "Jump-In" für Jugend und Migrationsprojekte in der Nordstadt. Den Sonderpreis des Oberbürgermeisters erhielt das Flüchtlingsfamilien-Projekt der Kinderkirche Solingen.

Ingeborg Friege und Uwe Asbach stellten im Namen der inzwischen 150 Mitglieder der BürgerEnergie Solingen ihr Projekt vor, das 2015 ins Genossenschaftsregister eingetragen wurde. Die beiden hoben besonders die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, mit Kirchen und den Stadtwerken hervor. Ziel ist es, die Energiewende in Solingen voranzutreiben, um sauberen, grünen Strom zu produzieren. Dies gelingt mit Solaranlagen, vom Erlös durch den Stromverkauf werden wieder neue Anlagen gebaut. "Die Kooperation mit den Stadtwerken ist etwas einmaliges", stellten Ingeborg Friege und Uwe Asbach fest.

Das Jump-In-Jugend- und Migrationsprojekt in der Nordstadt initiiert, begleitet und koordiniert vielseitige Aktivitäten für und von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien mit Migrationshintergrund. Zur Preisverleihung hatten sie ihren "Fan-Club" mitgebracht. Andrea Krumnacker, Hanna Attar, Marina Dirks und Lukas Städtler ließen fünf Jahre des Bestehens Revue passieren. Jump-In, das sind Jugendliche verschiedenster Herkunft, die Vielfalt als Bereicherung empfinden. Ihr Motto heißt "nicht meckern, sondern machen". Die Aktiven wollen offen alles ansprechen und unterstützen Jugendliche in ihren Ideen. Dem Fremdenhass haben sie den Kampf angesagt. Ein Ergebnis der Arbeit der letzten Monate war eine bewegende Vorstellung mit Musik und Tanz.

Der Sonderpreis des Oberbürgermeisters in Höhe von 500 Euro ging an das Flüchtlingsfamilienprojekt "Kinderkirche", das mit Musik unter der Leitung von Stefan Beger und mit einer kurzen Rede durch Pastor Andreas Wiltzer vorgestellt wurde. Das Projekt wurde schon vor fünf Jahren ins Leben gerufen, und ein internationales Mitarbeiterteam leistet Hilfe, wo sie gebraucht wird. "Alles begann mit der Aktion "Kinder in Not", erzählte Pastor Witzler. Inzwischen kommen regelmäßig etwa 250 Besucher. "Die Integration ist hier angekommen", betonte Witzler. Und jeder, egal welchen Glaubens, sei willkommen.

Quelle: RP
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