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Solingen
Agentur entdeckt den Rittersaal

Solingen. Das "Tiberius Quartett" eröffnete auf Schloss Burg eine neue Konzertreihe. Von Wolfgang Günther

Franz Lamprecht ist ein vielseitiger Musiker und Dirigent. Er veranstaltet beliebte Konzerte in der Region, darunter in der Düsseldorfer Tonhalle. Auch den Chor der Landesregierung NRW leitet Lamprecht. Die Kammerkonzerte seiner "Klassik Konzert Gesellschaft" fanden bislang in der Orangerie von Schloss Benrath statt. "Aber jetzt habe ich den Rittersaal auf Schloss Burg entdeckt und bin ganz begeistert von dem Ambiente hier", erzählte Lamprecht anlässlich des Konzertes am Sonntagabend. Dem Auftaktkonzert sollen deshalb auch weitere Musikveranstaltungen folgen.

Auch Schloss Burg profitiert von den Konzerten, denn Lamprecht hatte auch Publikum aus Düsseldorf und Hilden mitgebracht. So war der Rittersaal auch bis auf den letzten Platz besetzt. Zum Auftakt spielte das "Tiberius Quartett" aus Siebenbürgen, die vier Musiker tragen seit zehn Jahren den Ehrentitel "Rumänisches Staatsquartett". Tibor Molnár und Károly Lokodi (Geige), Jozsef Molnár (Viola) und Elöd Zágoni (Violoncello) spielten zu Beginn Musik des jungen Wolfgang Amadeus Mozart. Seine erste Italienreise als 14-Jähriger wurde zum Triumphzug des heranwachsenden Wolferl, sogar der Papst zeichnete ihn aus. Bei der zweiten Italienreise komponierte er in Mailand sechs Quartette für Streicher, das Quartett spielte die Nummer vier, ein heiteres Werk im Stil der italienischen Musik. Aber schon im langsamen Satz Andante kündigt sich der erwachsene, grüblerische Mozart an. Der finale Satz Presto forderte die ganze Virtuosität des Streichquartetts aus Rumänien.

Als Franz Schubert 1797 geboren wurde, war Mozart schon sechs Jahre tot. Aber auch Schubert war kein langes Leben beschieden, in nur 31 Jahren komponierte er ein unfassbar umfangreiches Werk, darunter ein gutes Dutzend Quartette für Streicher. Die Rumänen spielten virtuos das 1813 von dem 16-jährigen Schubert komponierte Quartett No. 10 in Es-Dur. Die Vielseitigkeit der vier Musiker steigerte sich nach der Pause, als sie durch den Bratschisten Lajos Bartha verstärkt wurden, und das Streichquintett in Es-Dur von Antonin Dvorak erklang. Dvorak komponierte das Quartett in den Vereinigten Staaten, die Uraufführung fand 1894 in Boston statt. Dvorak hatte sich mit der Musik der Indianer beschäftigt, der Trommel-Rhythmus im zweiten Satz bestätigt den musikalischen Einfluss der Ureinwohner Amerikas.

Franz Lamprecht hat seinem Publikum mit dem Konzert des "Tiberius Quartetts" eine große Freude gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass er weitere Musikaufführungen nach Schloss Burg holt.

Quelle: RP
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