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Solingen
Alle 91 Minuten passiert ein Unfall

Solingen. Polizei legte die Verkehrsunfallentwicklung für das vergangene Jahr vor. Von Uwe Vetter

Zu hohe Geschwindigkeit oder Alkohol am Steuer gehören nach wie vor mit zu den Hauptunfallverursachen. Knapp 24.800 Unfälle nahm die Polizei im vergangenen Jahr im bergischen Städtedreieck auf - das bedeutet eine Steigerung um 3,8 Prozent gegenüber 2016.

"Es gibt aber auch Positives zu berichten. Beispielsweise ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden zurückgegangen", erklärte die stellvertretende Polizeipräsidentin Irmgard Baumhus bei der Vorstellung der Verkehrsunfallentwicklung 2017. Zudem gibt es weniger verunglückte Senioren und Kinder.

In Solingen nahm die Polizei im vergangenen Jahr alle 91 Minuten einen Unfall auf. Durchschnittlich alle 16 Stunden und zehn Minuten wurde ein Verkehrsteilnehmer verletzt, etwa innerhalb von neun Tagen war ein Kind bei einem Unfall verunglückt. Und innerhalb von sieben Stunden ereignete sich eine Unfallflucht, sagte Polizeioberrätin Tanja Veljovic. Die Leiterin der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium registrierte in Solingen 5776 Unfälle. Ein Zuwachs von 196.

Allerdings ging die Zahl der Schwerverletzten von 101 (2016) auf 69 im vergangenen Jahr zurück. Insgesamt wurden 521 Personen bei Unfällen verletzt. Auch hier war ein Rückgang von 116 zu beobachten. 41 verletzte Kinder in 2017 stehen 68 aus 2016 gegenüber. "Solingen hat absolut einen positiven Trend", sagte Veljovic.

Gleichwohl kamen durch Verkehrsunfälle zwei Menschen ums Leben. So im August 2017 auf der Schützenstraße. Hier hatte eine 67-jährige Pkw-Fahrerin beim Abbiegen von einem Tankstellengelände einen mit hoher Geschwindigkeit entgegenkommenden Motorradfahrer (48) übersehen. Den Frontalzusammenstoß überlebte der Mann nicht. Anfang Dezember starb ein 26-jähriger Motorradfahrer auf der Mühlenstraße in Ohligs. Er prallte - vermutlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit - gegen den Betonsockel einer Baustellen-Ampel und starb kurze Zeit nach dem Unfall im Krankenhaus.

Spektakulär war auch im September der Unfall auf der Neuenhofer Straße mit einem Sachschaden von über 110.000 Euro, sieben Verletzten und letztlich einem weiteren Todesopfer. Ein 70-jähriger Tanklasterfahrer hatte einen Linienbus der Stadtwerke touchiert. Der Mann hatte zuvor aufgrund eines medizinischen Notalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war noch an der Unfallstelle verstorben.

Teuer wurde es für einen Autofahrer, der auf der Viehbachtalstraße mit 173 km/h geblitzt wurde: 600 Euro musste er zahlen. Drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg kamen hinzu.

Quelle: RP
 
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