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Solingen
Alle Kinder bringen ihre zerbrechliche Fracht sicher ins Ziel

Solingen. 32 Kinder bugsierten beim Burger Osterlauf gefärbte Eier nach Oberburg - gar nicht so einfach auf einer 1,5 Kilometer langen Strecke. Von Alexander Riedel

Schon am Start wurden die unterschiedlichen Strategien der Wettkämpfer deutlich: Während die einen Kinder losstürmten, schlugen andere eher ein moderates Tempo an, wohl wissend, dass ein steiler Anstieg über rund eineinhalb Kilometer und eine zeitraubende Bastelaufgabe vor ihnen lagen.

Der sechste Burger Osterlauf begann am Karsamstag vor dem Café Meyer. 32 angemeldete Kinder machten sich auf den Weg zum Waffelhaus auf Schloss Burg - und balancierten dabei auf einem Löffel wie immer ein, glücklicherweise gekochtes, Ei. Dass dessen orange gefärbte Schale im Laufe der Strecke bei einigen Startern etwas ramponiert aussah, störte nicht weiter. "Nur einstecken und oben wieder auspacken ist nicht fair", sagte Wolfgang Guenther vom Malteser Hilfsdienst, der als Osterhase verkleidet nicht allein das Startkommando gab, sondern die Läufer gemeinsam mit seiner Ehefrau Birgit auch an der Ziellinie empfing.

In etwa nach der Hälfte des ebenso steilen wie romantischen Weges gab es für die Wettkämpfer die Möglichkeit zu einer kleinen Verschnaufpause. Dafür mussten sie Geschicklichkeit beweisen und österliche Motive, vom Lamm bis zum Osterkorb aus Papierschnipseln, zusammensetzen. "Mir ist warm", gestand die elfjährige Lilli Weigert, und auch manche erwachsene Begleiter kamen bei sonnigem Wetter und endlich frühlingshaften Temperaturen ganz schön ins Schwitzen - kein Wunder, schließlich schoben sie zum Teil auch die Kinderwagen der Jüngsten die Serpentinen hinauf.

Auf den letzten Metern bekamen einige Läufer die zweite Luft - ein kleiner Junge rannte sogar über die mit Girlanden geschmückte Ziellinie hinaus und musste von den Veranstaltern gestoppt werden. Den ersten Platz erreichten die Geschwister Maya (11) und Emily (10) Rütjes, ihr Vater brachte die zweijährige Anna im Kinderwagen ins Ziel. Dieses Ergebnis war durchaus keine Überraschung, handelte es sich doch um eine souveräne Titelverteidigung. "Wir sind schon zum dritten Mal dabei und haben auch im vergangenen Jahr gewonnen", verriet Maya. Den Siegern winkte eine Bergische Kaffeetafel im Waffelhaus, dessen Betreiber Axel und Almuth Eberhard einst die Idee zu dem Osterlauf hatten. "Das ist ja inzwischen eine richtige Tradition geworden", freute sich die Gastronomin. Auf dem zweiten Platz landete Lilli Weigert mit ihrer achtjährigen Schwester Lena. "Wir sind spontan mitgegangen", berichtete ihr Vater Maik und fügte hinzu: "Wir werden jetzt erst einmal was trinken und die Eier essen".

Ins Ziel brachten die zerbrechliche Fracht letztlich alle. Auch wenn zwischen den Erstplatzierten und den "Schlusslichtern" einige Minuten lagen - wirkliche Verlierer gab es beim Osterlauf natürlich nicht. Alle Teilnehmer bekamen Geschenke und durften eine Art Medaille mit Gebäck und einem kleinen Osterhasen mit nach Hause nehmen.

Quelle: RP
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