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Clemens-Galerien in Solingen
Alleinstellungsmerkmal gesucht

Clemens-Galerien in Solingen: Alleinstellungsmerkmal gesucht
Passanten schlendern an den verlassenen Ladenlokalen von "Thalia" und "Hussel" vorbei. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Zukunft der Clemens-Galerien steht und fällt mit dem Konzept des neuen Eigentümers. Eine Vision wäre eine Gastronomie- und Freizeitmeile rund um den attraktiven Mühlenplatz. Von Guido Radtke

Endlich ist er da, der Frühling. Ein unverkennbares Zeichen sind die Tische und Stühle, die die Gastronomen aus dem Winterschlaf geholt und in großer Stückzahl allerorten im Stadtgebiet aufgebaut haben. Den Solinger zieht es wieder nach draußen: zum Kaffee trinken, zum Eis essen oder zum kleinen Snack - und natürlich zum Leute beobachten.

Vor nicht allzu langer Zeit war der Mühlenplatz ein Eldorado dafür. Wer heute an einem der Tische vor dem "Alex", dem "Wok Express" oder von "Segafredo Café" Platz nimmt, hat nicht mehr viel zu gucken, weil die Besucherströme in den Clemens-Galerien aufgrund der steigenden Zahl an Leerständen immer weniger werden. Zugegeben: Der eigentlich schmucke Platz mit dem bei Kindern beliebten Wasserspiel wirkt trostlos, seitdem sich auch "Deichmann" als einer der ehemaligen Ankermieter verabschiedet und sein Geschäft auf den Standort im Hofgarten konzentriert hat. Schräg gegenüber sind schon seit gefühlten Ewigkeiten die Fronten der Ladenlokale verrammelt, wo einst holländische Fritten beziehungsweise Fajitas und Cocktails zubereitet wurden.

Die Clemens-Galerien sind auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal, das das 2000 eröffnete Einkaufszentrum vor dem Niedergang bewahrt. Eine Alternative wäre das einer Gastronomie- und Freizeitmeile - grob nach dem Beispiel des Düsseldorfer Hafens, wo rund um den Kino-Komplex einige Bars und Restaurants angesiedelt sind. Mit einem entsprechend attraktiven Angebot könnte sich die "Piazza" der Clemens-Galerien insbesondere in den Sommer-Monaten zu einem beliebten Treffpunkt entwickeln. Wie wär's mit Pizza und Nudeln bei "Vapiano" im "Deichmann"-Trakt, mit Cocktails im "Sausalitos" im verlassenen "Olà Mexiko" oder mit Burgern bei "Hans im Glück", dort wo einst bei "Thalia" Bücher verkauft wurden ? Das Interesse an den leerstehenden Verkaufsräumen in den Passagen würde automatisch wachsen.

Alles steht und fällt mit dem Konzept der "Sunrise-Gruppe", die die Clemens-Galerien voraussichtlich im Sommer vom Insolvenzverwalter übernehmen wird. Dies hat jedoch auch schon auf den letzten, inzwischen insolventen Eigentümer zugetroffen, der im Solinger Center nichts bewegt hat. Eine Belebung wird nur dann funktionieren, wenn sich das neue Management ähnlich offensiv und professionell um Mieter bemüht und sie hofiert, wie es im Hofgarten geschieht. Hier werden Verkaufsflächen nach Absprache vorbereitet und vor dem Einzug hergerichtet.

Bis sich der neue Investor vorstellt, bleibt nur zu hoffen, dass sich in der Zwischenzeit nicht noch weitere Firmen und Einzelhändler entschließen, den Clemens-Galerien den Rücken zu kehren. Jeder weitere Leerstand macht eine Wiederbelebung schwieriger.

Quelle: RP
 
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