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Serie Mein Verein
Alles dreht sich um die kleine Eisenbahn

Solingen. Seit über 20 Jahren ist Udo Müllenheim Mitglied der Eisenbahnfreunde Solingen, deren Geschicke er auch als Vorsitzender leitet. Von Alexander Riedel

Unter den großen Augen der Kinder und ihrer Väter rattert die Eisenbahn durch die Landschaft, die ein wenig an das Alpenvorland erinnert, und steuert einen kleinen am Hang gelegenen Bahnhof an. Dahinter steht Udo Müllenheim an einem Schaltpult. Von einem Gast angesprochen schlüpft der 52-Jährige unter der Miniaturwelt hindurch, um seinen Gesprächspartner zu begrüßen. "In diesen Räumen verbringe ich in der Regel drei Stunden am Montag und sechs Stunden am Samstag", verrät Müllenheim. Vor einem Jahr wurde er zum Vorsitzenden der Eisenbahnfreunde Solingen gewählt - ein Amt, das er zuvor schon einmal für acht Jahre ausgeübt hatte. "Dazwischen lag eine Pause aus beruflichen Gründen", erklärt der Maschinenbaumeister.

Die Leidenschaft für Modelleisenbahnen hatte er wie viele seiner Seelenverwandten in der Kindheit entdeckt. "Damals habe ich viel mit einer Märklin-Eisenbahn gespielt, die mein Vater auf einer Platte aufgebaut hatte", erinnert sich der zweifache Familienvater. "Das Hobby schlief zeitweilig ein wenig ein. Als meine Töchter größer waren, kam die Begeisterung wieder zurück." 1994 schloss er sich den Eisenbahnfreunden an. Seitdem frönt er regelmäßig seinem Steckenpferd, baut Gleise und steuert die zahlreichen Eisenbahnen durch die Berge, vorbei an einem Wasserfall, belebten Marktplätzen und sogar einem Fußballstadion. "Das alles aufzubauen hat insgesamt über vier Jahre gedauert", erklärt Müllenheim.

Im Jahr 2002 fanden die Eisenbahnfreunde ihre Heimat in einem Aufderhöher Kellerraum. Auf 400 Quadratmetern erschließt sich den Besuchern eine mit Liebe zum Detail gestaltete Welt. "So etwas schafft man nur im Team", sagt Müllenheim, dem auch sein Beruf bei der Tätigkeit im Verein entgegenkommt. "Es kommt natürlich auf die Präzision an, die man auch im Maschinenbau braucht - und auf die Fähigkeit, mit Metall zu arbeiten, genau wie anderen Kollegen der berufliche Umgang mit Elektronik weiterhilft", sagt der Vereinsvorsitzende. Zwei Mal im Jahr öffnet der Verein seine Tore für alle interessierten Besucher - so auch jetzt am Wochenende. Natürlich ist die Anlage über die Jahre hinweg nicht unverändert geblieben - bei den öffentlichen Terminen gibt es immer wieder Neuheiten zu bestaunen. So sind zuletzt neben einem zusätzlichen Umgehungsgleis eine neue, historische Häuserzeile und ein runder Kiosk entstanden.

Jeden Monat besuchen die Eisenbahnfreunde auch andere Vereine. Hinzu kommen Regionaltreffen. Auch zuhause hat Müllenheim wie viele seiner Vereinskollegen eine elektrische Eisenbahn - und im Vereinsdomizil seine Lieblingsstücke. "Diese rote Diesellok V 320", sagt er und deutet auf ein Modell, "hat ein Mitglied des Vereins selbst gebaut. An solchen Stücken hängt man besonders." Der Vereinsraum ist für Udo Müllenheim eine Oase der Entspannung: "Hier findet man Ruhe, kann Dinge ausprobieren, sich mit Gleichgesinnten austauschen und den täglichen Alltagsstress hinter sich lassen".

Quelle: RP
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