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Clemens-Galerien
Alles ist besser als der Ist-Zustand

Meinung | Solingen. Man muss die Pläne von Jochen Stahl nicht mögen. Doch jenseits dessen, dass er in den Galerien vor allem Geschäfte aus dem unteren Preissegment ansiedeln will, hat der Investor aus Frankfurt einen Blick von außen auf Solingen, der vielleicht realistischer ist als die Wünsche manch anderer. Von Martin Oberpriller

Tatsächlich macht es keinen Sinn, in den Galerien Zeit mit Träumen zu verspielen, wonach Anbieter aus dem konsumtechnischen Highend-Bereich angezogen werden könnten. Wer Luxus will, fährt nach Düsseldorf. Das war schon immer so und wird so bleiben - zumal Solingens City, eingeklemmt zwischen Metropolen, zuletzt an Attraktivität verloren hat.

Stahl liegt richtig, wenn er der unteren Hauptstraße kaum noch Chancen als Handelsstandort gibt. Ob sein Vorschlag einer autofreien Achse von den Galerien bis zum Hofgarten umsetzbar ist, weiß deshalb natürlich niemand. Und dazu ist klar, dass Stahl die Idee aus reinem Eigennutz platziert. Der Investor macht alles nur, um selbst zu gewinnen. Doch das hat ja wohl niemand anders erwartet.

Stahl, der auch Center im Osten entwickelt, muss liefern. Schon weil sonst seine eigene Rechnung nicht aufginge. Ob ihm das am Ende gelingt, kann Solingen, ehrlich gesagt, relativ egal sein. Stahl ist Geschäftsmann, er wird wissen, was er tut. Gleichzeitig sollte aber allen bewusst sein, dass eine Wiederbelebung der Galerien, auch mit Discountern, im Interesse Solingens ist. Eine Ruine wäre ein Desaster - zusätzlich zu weiteren Unwägbarkeiten an der oberen Hauptstraße.

martin.oberpriller@solinger-morgenpost.de

Quelle: RP
 
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