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Gedanken Zum Jahreswechsel
Alles wird gut !

Solingen. Freuen Sie sich schon darauf, heute Abend Ihre Silvesterraketen zu starten ? Viele Menschen verabschieden an Silvester mit Chinakrachern und Feuerregen das alte Jahr. Damit sollen traditionell die bösen Geister vertrieben werden. Und böse Geister gab es genug im Jahr 2015: schreckliche Terroranschläge in Paris, in Beirut und anderswo. Der offenbar mutwillig herbeigeführte Flugzeugabsturz durch einen kranken Co-Piloten. Kriege und Gewalt in Syrien, im Jemen, in der Ukraine und anderswo. Wir sind in den letzten Tagen in dieser Zeitung noch einmal an die tragischen Ereignisse des heute zu Ende gehenden Jahres erinnert worden. Dazu kommen noch die kleinen privaten Tragödien und Katastrophen. All das zusammen lässt viele Solingerinnen und Solinger in diesem Jahr ängstlicher und pessimistischer in das neue Jahr blicken als zum Silvesterabend vor einem Jahr. Von Thomas Förster

In der christlichen Tradition gibt es den Brauch, das neue Jahr unter ein biblisches Motto - die sogenannte Jahreslosung - zu stellen. Für 2016 stammt die Jahreslosung aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 66, Vers 13): "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Mir tut diese Zusage in schwierigen Zeiten wie jetzt gut (auch wenn der Trost durch den Vater, wie ich finde, hier ein wenig zu kurz kommt). Eine gute Mutter tröstet, indem sie ihre Arme ausbreitet, damit das Kind bei ihr trotz der Verunsicherung durch einen schlimmen Sturz neue Geborgenheit spüren kann. Geborgenheit und verlässliche Beziehungen sind wichtig. Sie schaffen nicht nur für Kinder das Fundament, auf dem gutes Leben gelingen kann. Auch Gott bietet uns an, uns ohne Wenn und Aber auf ihn zu verlassen.

Ein guter Vater tröstet, indem er dem Kind verspricht, dass die offene Wunde nicht für immer schmerzen wird: "Alles wird gut!" Das ist keine Ver-Tröstung, sondern der Vater kann einfach weiter blicken als das Kind. Seine Lebenserfahrung sagt ihm, dass die Wunde bald wieder heilen, dass das Leid sich auch wieder wenden wird. Aus dieser Zusage können nicht nur Kinder die Zuversicht schöpfen, dass das Leben weitergeht und es sich lohnt, voller Hoffnung nach vorne zu sehen. Auch Gott blickt weiter und verspricht eine gute Zukunft für uns und für seine ganze Welt.

Heute, an der Schwelle zum neuen Jahr, tun die alten Wunden aus dem letzten oder aus vergangenen Jahren vielleicht noch einmal besonders weh. Und manch einer blickt sogar ängstlich und voller Pessimismus in die kommenden zwölf Monate. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie sich trotzdem auf Gott verlassen können: "Komm zu mir! Ich lassen dich nicht im Stich!" Und ich wünsche Ihnen, dass Sie seinem tröstlichen Wort Vertrauen schenken können: "Ich gebe euch Zukunft. Alles wird gut."

Wenn Sie heute um Mitternacht vielleicht die erste Silvesterrakete starten wollen, dann halten Sie doch vorher für einen kurzen Moment inne. Bestimmt können Sie die Kirchenglocken hören, die vielerorts zum Jahreswechsel läuten werden. Sie werden Ihnen und der Stadt ihre Trostbotschaft zu rufen: "Du kannst dich auch im neuen Jahr 2016 auf Gott verlassen. Alles wird gut."

Thomas Förster ist Pfarrer für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Solingen.

Quelle: RP
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