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Solingen
Am Vogelsang entsteht neues Hallenbad

Solingen. Gleich drei Ausschüsse beschäftigen sich in dieser Woche mit der Zukunft des Schwimmbades an der Focher Straße. Eine Sanierung ist verworfen worden, jetzt geht es hinter verschlossenen Türen um die Auswahl eines Neubaus. Von Uwe Vetter

Von der Sanierung des Hallenbades Vogelsang haben sich Politik und Verwaltung angesichts enormer Kosten verabschiedet. Das sei unwirtschaftlich, so die Erkenntnis, die nach vielen Jahren gereift ist. Vielmehr soll nun voraussichtlich an gleicher Stelle der Focher Straße ein Neubau realisiert werden, der nur unwesentlich teurer als eine Sanierung käme. Bis zur Umsetzung eines Neubaus sollen im Fall der Fälle nur die notwendigsten Reparaturen im Hallenbad Vogelsang erledigt werden, um einen gefährdungsfreien Betrieb sicherzustellen.

Zudem sollen über das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" Fördermittel akquiriert werden, um den Ersatzneubau Hallenbad Vogelsang realisieren zu können. Die Förderquote könnte im günstigsten Fall bis zu 90 Prozent betragen. Zur Absicherung der Finanzierung soll der Kämmerer jedoch für die Jahre 2016 und 2017 jeweils 4,5 Millionen Euro als Sonderkreditermächtigung aufnehmen und bei der Bezirksregierung dafür einen Antrag auf Genehmigung stellen.

So sieht es jedenfalls eine Beschlussvorlage vor, die heute, morgen und am Donnerstag, 3. Dezember, dem Beteiligungs-, dem Sport- und dem Finanzausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung präsentiert wird. Hinter verschlossenen Türen wird hier über die Zukunft des Hallenbades in Wald beraten - dem einzig verbliebenen Bad für das öffentliche Schwimmen. Der Stadtrat hatte den Projektantrag bereits abgesegnet.

Insgesamt vier Sanierungs- und zwei Neubauvarianten wurden für das 40 Jahre alte Schwimmbad erarbeitet. Im Vergleich kam man letztlich zu dem Schluss, dass ein Neubau gegenüber einer Kernsanierung die wirtschaftlichtste Variante ist. Die Politik, vor allem morgen der Sportausschuss, soll nun noch unter den beiden Neubauvarianten eine auswählen, damit zügig im Detail geplant werden kann.

Rund 8,2 Millionen Euro würde eine der beiden Neubauvarianten kosten, die andere knapp 6,3 Millionen Euro. Die Unterschiede kommen dadurch zustande, ob man beispielsweise einen Multifunktions-/Gymnastikraum realisiert, eine kleine (45 Quadratmeter) oder große Gastronomie (170 Quadratmeter) oder ein Lehrschwimmbecken als Variobecken mit Kippfunktion. Die Politik muss neben den Kosten auch überlegen, welche Angebote die meisten Besucher ins Schwimmbad locken. Je mehr Besucher, desto mehr Einnahmen. Allerdings wird auch ein neues Schwimmbad ein Zuschussgeschäft für die Stadt bleiben. Inklusive Kapitalkosten wären das etwa 1,3 Millionen Euro, um sämtliche Kosten zu decken.

Obwohl die Weichen nun für das Neubauprojekt Hallenbad Vogelsang gestellt werden, steht zurzeit noch nicht fest, wann es konkret in Angriff genommen wird. "Vielleicht noch im Laufe des Jahres 2016", heißt es. Klar ist aber schon jetzt, dass es für das öffentliche Schwimmen bis zur Fertigstellung des neuen Bades Alternativen geben muss. "Im Klingenbad müssen Vereine und Schulen zusammenrücken - um auch das öffentliche Schwimmen während der Bauzeit aufzunehmen", sagt ein Sportpolitiker, "im Sommer stehen dann noch die Freibäder Ittertal und Heide zur Verfügung".

Quelle: RP
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