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Solingen
An vielen Bauwerken nagt der Zahn der Zeit

Solingen: An vielen Bauwerken nagt der Zahn der Zeit
Die Strohner Brücke bleibt gesperrt. Zunächst wird der Baugrund untersucht. FOTO: Kempner (Archiv)
Solingen. Die Technischen Betriebe Solingen kümmern sich um mehr als 500 Bauwerke, darunter sind viele Stützwände und 115 Brücken. Von Uwe Vetter

Die Wupperbrücke Nesselrath, die Solingen und Leichlingen unweit der Haasenmühle verbindet, bleibt weiter nur über eine beengte Spur ohne Gegenverkehr für Autos befahrbar. Eine Ampel regelt den Verkehr. "Die jüngste Überprüfung hat keine weiteren Risse gezeigt", sagt Karsten Ditscheid von den Technischen Betrieben Solingen (TBS). Gleichwohl bleibt diese Regelung ein Provisorium. "Sollten sich bei den Schäden Veränderungen ergeben, müsste die Brücke komplett gesperrt werden", so der Abteilungsleiter. Fußgänger und Radfahrer können die Wupperbrücke - Eigentümer sind je zur Hälfte Solingen und der Rheinisch Bergische Kreis - uneingeschränkt nutzen.

Alle vier Wochen wird das Bauwerk an der Leichlinger Straße derzeit überprüft. "Eine Behelfsbrücke soll so schnell wie möglich aufgebaut werden", sagt Ditscheid. Vor Herbst oder Ende 2018 wird die aber nicht stehen. Steht die Behelfsbrücke, die auf Leichlinger Seite von Nesselrath über die Wupper zur Wipperauer Straße führen soll, kann mit dem Abbruch und dem Neubau der Brücke an der bisherigen Stelle begonnen werden. Dafür sind 18 Monate Bauzeit kalkuliert. "Ein Bewilligungsbescheid beziehungsweise ein förderunschädlicher Baubeginn liegen aber noch nicht vor. Klar ist aber, alle Beteiligten wollen eine neue Brücke", sagt der Ingenieur. Die Kosten inklusive Behelfsbrücke betragen rund 5,2 Millionen Euro, erwartet wird eine Förderung zwischen 60 und 70 Prozent.

Eine Stützwand der Walder Brücke an der Korkenziehertrasse wurde vom TBS erneuert. FOTO: TBS

Die Wupperbrücke an der Leichlinger Straße ist indes nur eine von vielen, um die sich innerhalb des TBS lediglich drei Mitarbeiter kümmern. "Wir haben mehr als 500 Bauwerke, darunter sind 115 Brücken und sehr viele Stützwände", erklärt Ditscheid. "Jedes Bauwerk nehmen wir drei Mal im Jahr in Augenschein. Es wird begutachtet, besichtigt und ein Mal auch konsequent geprüft", sagt Ditscheid zur Vorgehensweise. Für die Prüfungen der Bauwerke, kleinere Reparaturen, Unterhaltungsmaßnahmen und Geländerbau hat er ein Budget von jährlich 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Bei der Vielzahl der Bauwerke gebe es immer etwas zu tun.

"Ganz oben auf unserer Arbeitsliste stehen zurzeit die Brücke am Geilenberger Weg und die Brücke gegenüber der Haasenmühle, die zum Wipperkotten führt. Hier besteht Handlungsbedarf, hier ist einiges zu erneuern", kündigt Karsten Ditscheid an. Abgeschlossen sind dagegen die Arbeiten an der Stahlbrücke Wiesenkotten. Die hat einen komplett neuen Korossionsschutz erhalten, vier Monate war sie gesperrt. "Seit zwei Wochen ist diese Brücke wieder frei", sagt Ditscheid. Er bezeichnet den Zustand der Solinger Bauwerke, zu dem auch die Geländer gehören, auf einer Skala von null bis vier (schlechtester Wert) im Mittel mit einem Wert von 1,9.

Keine weiteren Risse wurden bei der jüngsten Prüfung der Wupperbrücke gefunden. FOTO: umi (Archiv)

Gesperrt, weil baufällig ist weiter die Strohner Brücke. Ein vorzeitiger förderunschädlicher Baubeginn liegt zwar vor, allerdings noch kein Bewilligungsbescheid. Baugrund- und Betonuntersuchungen stehen jetzt an. "Unsere Hoffnung ist es, die Betonpfeiler möglichst zu erhalten, obwohl das Bauwerk bereits 100 Jahre alt ist. Denn das würde erhebliche Kosten sparen." Die Abbrucharbeiten sollen im Frühjahr ausgeschrieben werden, im August könnte der Abbruch starten. Die Strohner Brücke bleibt somit im Sommer 2018 weiter gesperrt. "In jedem Fall", sagt Karsten Ditscheid. Acht Monate Zeit braucht es für den Neubau. Gut ein Jahr, wenn die Betonpfeiler nicht erhalten bleiben können. Frühestens im Sommer/Spätsommer 2019 könnte die neue Strohner Brücke stehen.

Doch nicht nur Brücken haben Ditscheid und seine Mitarbeiter im Blick. Auch die größeren Stützwände - wie beispielsweise am Klosterhof in Gräfrath oder entlang der Korkenziehertrasse: "Kleinere Betonsanierungen führen wir hier auch mit eigenem Personal durch."

Quelle: RP
 
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