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Analyse

Rund um die Uhr einkaufen? Vom heimischen Sofa aus ist das in Zeiten des Internets überhaupt keine Schwierigkeit. Wer will, bestellt sich nachts um 2 Uhr ein Fahrrad oder kauft sich die Couch-Garnitur im Online-Shop des Möbelhändlers gegen Mitternacht. Noch Cleverere informieren sich zunächst im Fachgeschäft in der City gezielt nach einem bestimmten Artikel, lassen sich hier die Vor- und vielleicht Nachteile des Produkts erklären, um dann später zu Hause im Internet für etwas weniger Geld als im Laden den Artikel zu erwerben. Von Uwe Vetter

Nicht nur die Einkaufslandschaft hat sich in den vergangenen Jahren verändert, vor allem auch das Kundenverhalten. Schnell, schneller, Schnäppchen heißt bei vielen die Devise, die der Einzelhandel in den Städten wie in den Randbezirken nachhaltig zu spüren bekommt.

Von daher sind verkaufsoffene Sonntage so überflüssig wie ein Kropf. Denn sie rücken nicht das zurecht, was im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben ist. Die Leute kaufen, wann sie es wollen. Und sie haben, wenn denn nicht gerade im weltweiten Netz geshoppt wird, in der Regel dafür montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr und samstags bis 16 Uhr Zeit, um in die Geschäfte zu gehen. Das sollte ausreichen.

Auch wenn die Städte bei diversen Gelegenheiten sonntags von 13 bis 18 Uhr stets prall voll erscheinen, das pure Einkaufsvergnügen ist das nicht, wenn man sich durch dichtes Gedränge schieben muss. Und mehr Geld wird durch einen Sonntagsverkauf auch nicht umgesetzt. Die Anteile verschieben sich lediglich von dem einen auf den anderen Tag.

Wer anführt, sonntags mal mit der ganzen Familie einkaufen gehen zu können, ist ohnehin nicht ganz aufrichtig. Denn wenn die Familie schon mal komplett zusammen ist, dürfte es Schöneres geben, als das vermeintliche sonntägliche Einkaufsvergnügen.

Mal abgesehen davon, dass Solingen die Kriterien für den Sonntagseinkauf nur unzureichend - wenn überhaupt - erfüllt. Denn ein begleitendes Fest, das mehr Menschen anzieht als sonntags die offenen Geschäfte, kann vielleicht mit der Veranstaltung Echt.Scharf.Solingen aufgehen. Frühlingserwachen in den Stadtteilen oder zuletzt gar das Brückenfest, das überhaupt nicht mehr existiert, mussten herhalten, damit stadtweit die Läden sonntags öffnen konnten - das wird in Zukunft nicht mehr reichen. Und das ist auch richtig so.

Quelle: RP
 
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