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Solingen
Angeklagter hortete zu Hause Waffen, Drogen und Bargeld

Solingen. Was wissen Freunde und Nachbarn über einen 44-jährigen Solinger, der sich vor dem Landgericht Wuppertal verantworten muss? In dessen Wohnung hatten Ermittler im Juni Drogen "in nicht geringer Menge" und fünf größere Messer sichergestellt. In einer anonymen Mail hatten die Behörden einen Hinweis auf Waffen erhalten. Von Benjamin Dresen

Bei der Durchsuchung fanden sich aber auch überall in der Wohnung Betäubungsmittel, 15.500 Euro Bargeld, zahlreiche Handys und gut 100 Prepaid-Karten. Das Gericht befragte deshalb gestern Zeugen aus dem persönlichen Umfeld des Mannes.

Der 23-jährige "Ziehsohn", der den Angeklagten regelmäßig besuchte, berichtete, dieser habe sich "ab und zu einen Joint gegönnt" und selten auch Ecstasy und Amphetamine konsumiert. Er könne aber nicht beurteilen, ob der Mann süchtig sei. Eine Freundin berichtete, der Mann sei zuletzt etwas "zerstreut" gewesen. Der 33-jährigen Ex-Freundin kam der Beschuldigte "hibbelig" vor. Während ihrer knapp zehnjährigen Beziehung, die vor etwa drei Jahren endete, habe er aber "so gut wie nichts genommen".

Die Zeugen konnten sich nicht erinnern, in der Wohnung Betäubungsmittel oder Gerätschaften zu deren Herstellung gesehen zu haben. Sie beschrieben den Angeklagten als hilfsbereiten Menschen, der ein normales, unauffälliges Leben führte und mit dessen Festnahme keiner rechnete.

Den Inhalt eines Koffers, den die Justiz als Reinigungsset für Schusswaffen identifiziert hat, will der Beschuldigte verwendet haben, um eine Fahrradschaltung zu reinigen. Unklar ist, was es mit der im Keller des Wohnhauses gefundenen Pistole und dem abgesägten Lauf einer Schrotflinte auf sich hat. Auf seinem Facebook-Profilbild posierte der 44-Jährige im Juni mit einer großkalibrigen Schusswaffe. Das Bild soll in einem Urlaub entstanden sein.

Bis 2014 hatte der Solinger eine geregelte Arbeit, verlor aber den Job, weil er mehrfach zu spät zur Arbeit gekommen sein soll. Die Zeugen berichteten gestern übereinstimmend, dass er "gut verdient habe", nie in Geldnot gewesen sei, sich aber auch keine teuren Anschaffungen leistete. Urlaube in Thailand, Mexiko oder Ägypten zahlten er und seine damalige Lebensgefährtin gemeinsam.

Quelle: RP
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