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Solingen
Angler sammeln Wupper-Müll ein

Solingen: Angler sammeln Wupper-Müll ein
Bei der Wupperuferreinigung des Burger Angelvereins gab es wieder viel zu tun. FOTO: martin kempner
Solingen. Die Mitglieder des Angelvereins Burg-Wupper rückten am Samstag aus zur Aufräumaktion. In diesem Jahr mussten sie dabei ohne die Hilfe der OTV-Kanuten auskommen. Von Benjamin Dresen

Es muss nicht immer gleich eine Brandbombe sein. Die Mitglieder des Angelvereins Burg-Wupper verzichten gern auf den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes, den ihr Fund vor einigen Jahren auslöste. Aber auch die erfahrensten Angler sind immer wieder erstaunt, was sie bei ihrer Aufräumaktion aus der Wupper und von deren Ufer sammeln. "Die Überraschungen sind jedes Jahr neu", berichtet Gewässerwart Peter Pöttgen. "Alles, was nicht in die Natur gehört", haben die Angler laut Pöttgen schon gefunden: Von Reifen, Bettgarnituren und Teppichen über Damenbinden bis hin zu kompletten Geldbörsen. "Es ist nicht zu begreifen, was die Leute wegwerfen", sagt Pressesprecher Horst Engels.

Vieles davon schwimmt stromaufwärts nach Unterburg: "Alles, was in Wuppertal über das Geländer fliegt, kommt irgendwann hier an", so Pöttgen. Besonders viel Unrat sammelt sich an der Insel, die sich nahe des Wehrs am Klärwerk gebildet hat.

Erfreulich ist aber, dass die Menge des gesammelten Mülls abnimmt. Waren es vor einigen Jahren noch 2,5 Tonnen, fanden die Angler 2015 "nur" noch eine Tonne Abfall. Um die Entsorgung der Funde kümmert sich der Wupperverband.

15 der 30 Vereinsmitglieder rückten am Samstag gerüstet mit Gummistiefeln, Wathosen und Müllzangen in kleinen Gruppen aus. Dabei trafen sie in mehrfacher Hinsicht auf erschwerte Bedingungen: An nur drei Terminen muss die über fünf Kilometer lange Pachtstrecke des Vereins vom Wiesenkotten bis zum Wasserwerk Glüder bis Mitte März geschafft werden.

Als Pächter des Flussabschnitts ist der 1994 gegründete Angelverein verpflichtet, diesen jährlich zu reinigen. Ein erster Sammeltermin vor einer Woche fiel sprichwörtlich ins Hochwasser, als es für die Angler zu gefährlich war. Und ab Mitte März darf das Wupperufer nicht mehr betreten werden, denn dann beginnt die Brutzeit der heimischen Tiere.

Hinzu kommt, dass die Angler bei der Müllsammlung in diesem Jahr auf sich allein gestellt sind. In den vergangenen Jahren hatten stets die Kanuten des Ohligser TV geholfen, Abfall aus dem Fluss oder von schwer zugänglichen Stellen, wie etwa von Steilufern, zu sammeln. Leider fand sich in diesem Jahr kein Termin, an dem die Kanuten helfen konnten, wie Horst Engels erklärt.

In diesem Jahr müssen die Angler also entweder selbst ins Wasser steigen oder bis zum Niedrigwasser im Sommer warten, wenn die Gefahr sonst zu groß wäre. Die Aufräumaktion ist nur eine von mehreren Maßnahmen des Vereins zur Pflege des Wupperabschnitts. Damit die Mitglieder bei ihrem Hobby dem Fluss nicht nur Fische entnehmen, sondern auch für konstante Bestände sorgen, setzen sie auch neue Forellen aus.

Zudem bekämpfen die Angler mit Reusen den eingewanderten Amerikanischen Flusskrebs, der die heimischen Arten verdrängt.

Quelle: RP
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