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Solingen
Anspruchsvolle und kopflastige Kunst

Solingen. Insgesamt zwölf künstlerische Positionen hat die Jury der 69. Bergischen Kunstausstellung für die diesjährige Ausstellung im Solinger Kunstmuseum ausgewählt. Der Kunstpreisträger der National-Bank ist Matthias Wollgast. Von Michael Tesch

In diesem Jahr hat es sich die Jury der Bergischen Kunstausstellung nicht leicht gemacht, erzählt Gisela Elbracht-Iglhaut vom Solinger Kunstmuseum. Denn in der Auswahl der Positionen seien die Juroren diesmal nicht den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Vielmehr sei intensiv geschaut und diskutiert worden - teilweise auch sehr kontrovers -, bevor nach einem langen Jurytag die Auswahl für die 69. Auflage der traditionellen Kunstschau festgestanden habe.

Bereits ein erster Blick auf die Liste der in diesem Jahr zwölf Positionen zeigt, dass die Bergische diesmal ihrem Anspruch gerecht werden könnte: in der Ausstellung nicht nur junge, sondern auch innovative Kunst vorzustellen. "Unter 225 Bewerbungen haben wir die spannendsten Ansätze ausgewählt", erzählt die stellvertretende Direktorin des Kunstmuseums. Den Besucher wird diesmal also keine gefällige, sondern vielmehr eine recht sperrige Ausstellung erwarten, in der es gilt, sich die einzelnen Positionen zu erarbeiten. "Die Bergische in diesem Jahr wird anspruchsvoll und kopflastig", bringt es Elbracht-Iglhaut auf den Punkt.

"Viele der teilnehmenden Künstler sind Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie und bereits durch überregionale Ausstellungstätigkeiten bekannt", weiß Elbracht-Iglhaut. "Es gibt aber auch noch unbekanntere Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung zu entdecken, die am Anfang ihrer Karriere stehen und bereits ein eindrucksvolles Werk vorweisen können."

Als hervorragendes Beispiel der diesjährigen Ausrichtung steht das Werk des Kunstpreisträgers der National-Bank AG. Der Düsseldorfer Matthias Wollgast erhielt die Auszeichnung für seine Installation "The shared Oasis of the Gift Shop" (2014). Anfang dieses Jahres war die Installation, die eine Zusammenführung mehrerer einzelner Arbeiten des Künstlers ist, im Rahmen des Düsseldorfer Photo Weekend im Schmela-Haus zu sehen. "Matthias Wollgast thematisiert mit seiner mehrteiligen Installation verschiedene Aspekte der Kunstgeschichte, Theorien des Kunstbegriffes, Fragen nach der Präsentation von Kunst und Überlegungen zu deren Kommerzialisierung", beschreibt Elbracht-Iglhaut das vielschichtige Werk des Meisterschülers von Prof. Markus Lüpertz.

Auch das in Köln lebende Künstlerduo "Dan Dryer" - Astrid Piethan und Jörg Koslowski - schaffen raumgreifende Installationen. "Ihre Arbeiten sprechen von Fragmentierung, der Realität und Täuschungen im medialen Wahrnehmungskontext", erklärt Matthias Erntges. Der Solinger Kurator hatte "Dan Dryer" im Raum für Kunst in Düsseldorf-Oberkassel 2013 eine Ausstellung eingerichtet. Das Werk des Künstlerduos "Dan Dryer" zeichnet sich durch eine vielschichtige Arbeitsweise aus. "Bei der Konzentration auf Installationen, ist die Arbeit mit Video eines ihrer zentralen künstlerischen Mittel. Die Videoarbeiten beinhalten häufig performative Aspekte, die videografisch mit den Relikten der Performances als Installation inszeniert werden", beschreibt Erntges aus Anlass der Verleihung des Space-Art-Award 2012 an "Dan Dryer".

Seit 2013 hat Max Schulze einen Lehrauftrag an der Bergischen Universität Wuppertal. Der Maler hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Er ist Meisterschüler von Prof. Jörg Immendorf. In seiner Malerei untersucht Schulze grundlegende Fragen zur Bildfindung und Wahrnehmung. Wie etwa kann Farbe zur Regulierung der Außenwelt, und wie werden Bilder in der Gesellschaft als Zeichen genutzt? Und wie verhalten sich Abstraktion und Figuration zueinander? Schulze gibt Antworten mit seiner Malerei. Sie zu erkennen bleibt die Aufgabe der Betrachter der Werke.

Quelle: RP
 
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