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Solingen
Arbeiter-Samariter-Bund investiert 1,5 Millionen

Solingen: Arbeiter-Samariter-Bund investiert 1,5 Millionen
So soll die Wache des Arbeiter-Samariter-Bundes an der Löhdorfer Straße nach dem Ausbau aussehen. In der Halle werden auch die Fahrzeuge geparkt. FOTO: ASB
Solingen. Die Sanierung der Rettungsdienst-Wache in Aufderhöhe hat sich verzögert. Nun sollen die Bauarbeiten kommenden Monat losgehen. Von Martin Oberpriller

Es ist inzwischen fast ein Jahr her, seitdem der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Teile des Solinger Rettungsdienstes von den Maltesern übernommen hat. Und die Eröffnung der ASB-Wache an der Löhdorfer Straße zu Beginn des Jahres liegt mittlerweile auch schon wieder einige Monate zurück. Doch die Mitarbeiter der Hilfsorganisation müssen sich in der Klingenstadt noch immer mit beengten Räumlichkeiten zufriedengeben. Denn entgegen der ursprünglichen Pläne, die Wache binnen weniger Wochen umzubauen, hat sich auf dem Gelände in Aufderhöhe bis heute kaum etwas getan.

Doch das soll sich jetzt bald ändern. "Wir werden in die Sanierung unseres Solinger Standorts eine Summe von insgesamt 1,5 Millionen Euro investieren", kündigte die Geschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bundes Bergisch Land, Anne Paweldyk, gestern auf Anfrage unserer Redaktion an. Laut der Planungen könnten die Arbeiter und Handwerker in einigen Wochen - zumindest zwischenzeitlich - das sprichwörtliche Zepter beim ASB übernehmen. Unter anderem ist vorgesehen, den Hallenboden komplett zu erneuern. Geht alles gut, wird die gesamte Maßnahme im November oder Dezember abgeschlossen sein.

Tatsächlich hatten die Verantwortlichen bei den Samaritern das Gebäude, das sie zu Beginn des Jahres nur wenige Tage vor Ablauf einer entsprechenden städtischen Frist erworben hatten, schon viel früher wieder auf Vordermann bringen wollen. Allerdings erwies sich dieses Ziel in der Folge als zu ehrgeizig. Da nämlich im Januar beim Kauf alles ganz schnell hatte gehen müssen, war dem ASB seinerzeit nichts anderes übrig geblieben, als dem Vorbesitzer mit seiner Firma ein temporäres Bleiberecht einzuräumen.

Bislang noch ein Provisorium: Container beherbergen unter anderem die Toiletten. Der Boden der eigentlichen Wache in der Halle (r.) muss saniert werden. FOTO: mak

"Dieses läuft noch bis zum 31. Juli", sagte nun Samariter-Geschäftsführerin Paweldyk, die zudem unterstrich, die Verzögerungen bei der Sanierung seien im Winter nicht absehbar gewesen. Man habe damit gerechnet, dass der Alteigentümer früher ausziehe, hieß es am Dienstag beim ASB, der sich in der Zwischenzeit das Ziel gesetzt hat, im August mit den anstehenden Arbeiten zu starten.

Die Stadt Solingen bestätigte derweil, dass ein entsprechender Bauantrag im Rathaus eingegangen sei. "Dieser hat uns ganz frisch in den vergangenen Tagen erreicht", sagte eine Sprecherin zum Stand der Dinge und berichtete parallel, aus Sicht der zuständigen Stellen in der Verwaltung stehe einem zügigen Baubeginn nunmehr kaum noch etwas im Wege.

Eine Nachricht, die vor allem die ASB-Angestellten freuen dürfte. Denn sie sind seit Monaten gezwungen, ihren Dienst in einem Provisorium zu verrichten. So sind beispielsweise die Sozialräume und die Toiletten der Sanitäter bis zum heutigen Tag in gemieteten Containern untergebracht, die nach dem Erwerb des Areals an der Löhdorfer Straße in aller Eile neben der alten Firmenhalle aufgestellt worden waren.

Gleichzeitig liefen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für den Umbau aber die ganze Zeit auf Hochtouren. Unter anderem wurde ein Bodengutachten erstellt, das zutage förderte, dass der Belag in der Immobilie mit Öl kontaminiert sind. "Deshalb werden wir den ganzen Boden austauschen", stellte ASB-Chefin Paweldyk klar, die betonte, die vergleichsweise hohen Sanierungskosten seien indes mitnichten allein auf diesen Umstand zurückzuführen.

Vielmehr will sich der Arbeiter-Samariter-Bund, der seinen Regionalsitz für das Bergische Land in Bergisch Gladbach hat, langfristig in der Klingenstadt etablieren. "Wir möchten in Solingen bleiben und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen", sagte Anne Paweldyk. Augenblicklich gilt der Vertrag mit der Stadt über den Rettungsdienst für fünf Jahre - wobei den ASB-Verantwortlichen vorschwebt, in weiteren Bereichen, etwa in zusätzlichen ambulanten sowie sozialen Diensten, aktiv zu werden.

Inwieweit sich solche Zielsetzungen realisieren lassen, bleibt allerdings abzuwarten. Denn schon die Vergabe des Rettungsdienstes an die Samariter war im zurückliegenden Jahr ausgesprochen umstritten gewesen. So reichten die Malteser, die zuvor jahrzehntelang Vorgänger des ASB gewesen waren, nach der Vergabe durch die Stadt Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht ein. "Eine Entscheidung steht nach wie vor aus", sagte gestern ein Sprecher des Malteser Hilfsdienstes. Dieser stößt sich zum Beispiel an der Lage der neuen Samariter-Wache. Und überdies hatten die Malteser auch den zunächst lediglich provisorischen Zustand des Solinger ASB-Domizils moniert.

Quelle: RP
 
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