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Solingen
Art-Eck zeigt Geburtstags-Ausstellung

Solingen. Die dienstälteste Galerie Solingens wird 30 Jahre alt. Gegründet wurden die Kunsträume von Reinhard Kummer. Von Sandra Grünwald

Angefangen hat alles als ein Weinladen. "Doch der Glykolskandal hat uns wirtschaftlich das Genick gebrochen", erinnert sich Reinhard Kummer, einer der damaligen Inhaber. Also musste der Weinladen geschlossen werden. Da Reinhard Kummer selbst Kunst macht - er ist Musiker - hatte er die Idee, eine Kunstgalerie zu eröffnen. "So etwas gab es in Solingen damals noch nicht." Mit einer Ausstellung von Erhard Loeblein wurde die Galerie am Gräfrather Marktplatz am 16. August 1986 eröffnet. Auf den Namen Art-Eck wurde sie von Reinhard Kummer getauft und diesen Namen hat sie bis heute behalten.

Dabei ging es bewegt zu in den 30 Lebensjahren der Galerie. Schon die ersten drei Jahre hatte Reinhard Kummer "bunte Ausstellungen" organisiert - mit Freejazz im Hausflur oder auf dem abgedeckten Brunnen auf dem Marktplatz. Im Jahr 1989 gab Reinhard Kummer die Galerie an die Stadt zurück, um ins Ausland zu gehen. Inzwischen lebt der ehemalige Galerist in Brasilien, wo er im diplomatischen Dienst tätig ist und ein Musikstudio betreibt. Doch zum jetzigen dreißigsten Geburtstag des Art-Ecks ist er extra aus Südamerika angereist.

Es war der bekannte Solinger Künstler Jan Boomers, der 1989 die Galerie von Kummer übernahm. "Er wollte vor allem junge Künstler fördern", erinnert sich sein Sohn Jan Boomers. Zahlreiche Künstler stellten im Art-Eck erstmals aus, die später zu Größen der Kunstszene wurden. Wie etwa Jürgen Middelmann oder Fritz Stürmer. Aber auch der Solinger Künstler, Widerstandskämpfer und langjährige Vorsitzende des Vereins der Solinger Künstler, Ernst Walsken (1909 - 1993), stellte noch zu seinen Lebzeiten im Art-Eck aus. Auch Bilder von Eberhard Schlotter (1921 - 2014) wurden in der Galerie präsentiert.

Hin und wieder zeigte Jan Boomers neue Werksreihen in seiner Galerie. Nachdem der Künstler und Galerist Anfang 1999 überraschend verstorben war, sorgten seine Frau Ruth und sein Sohn dafür, dass das Art-Eck weiterleben konnte. "Gräfrath sollte auch eine Art Kulturzentrum sein", erinnert sich Ruth Boomers. Als sie das stolze Alter von 80 Jahren erreichte, übergab sie die Galerie im Januar 2011 an einen Nachfolger - an den Künstler Dirk Balke, der bis dahin dreimal im Art-Eck ausgestellt hatte. "Mir war es wichtig, weiterhin jungen Künstlern eine Chance zu geben", sagt Balke, der regelmäßig zwischen sieben und neun Ausstellungen im Jahr organisiert. Aber auch bekannte Künstler wie Thomas Baumgärtel oder Ioan Jacobs holte er nach Gräfrath.

Für die Geburtstagsausstellung haben die Künstler der letzten fünf Jahre extra Bilder gemalt. Eine Geburtstagstorte in Form des Gebäudes, ein Art-Egg oder die Art-Eck-Bananen-Edition von Thomas Baumgärtel, die auf 30 Stück limitiert ist, ebenso ein Zitronen-Bild des niederländischen Künstlers Rudolph Valster sind zu sehen. Und natürlich darf auch ein Bild von Jan Boomers nicht fehlen.

Die Förderung der Kunstszene in Gräfrath betreibt das Art-Eck ebenfalls weiter, wie die Beteiligung der Galerie-Künstler an verschiedenen Veranstaltungen. Und in diesem Jahr wird die Galerie bereits zum dritten Mal mit einem Stand auf der C.A.R. Kunstmesse (Contemporary Art Ruhr) auf der Zeche Zollverein in Essen vertreten sein.

Quelle: RP
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