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Solingen
Attacke auf Flüchtlingsunterkunft

Solingen: Attacke auf Flüchtlingsunterkunft
Offensichtlich mit einem schweren Gegenstand beschädigten die Täter die Hauswand des Gebäudes, in dem eine syrische Familie lebt. FOTO: Köhlen, Stephan
Solingen. Unbekannte schlagen Löcher in Hausfassade an der Burger Landstraße. Von Martin Oberpriller

Die Spuren des Vorfalls sind auch Tage später gut sichtbar. Bislang unbekannte Täter haben in der vergangenen Woche gleich zweimal ein Haus an der Burger Landstraße attackiert, in dem unter anderem eine Flüchtlingsfamilie aus dem Bürgerkriegsland Syrien untergebracht ist. Offenbar mit einer Brechstange oder einem anderen schweren Gegenstand wurden insgesamt sechs Löcher in die Wand des Hauses geschlagen.

Eine Sprecherin der Polizei bestätigte den Vorfall gestern auf Anfrage unserer Redaktion. "Es ist eine Anzeige geschrieben worden. Im Augenblick haben wir allerdings noch keine Hinweise auf die Täter", hieß es aus dem auch für Solingen zuständigen Polizeipräsidium Wuppertal, wo man zudem betonte, die Attacke müsse nicht unbedingt in Zusammenhang mit den in dem Gebäude untergebrachten Flüchtlingen stehen.

Dies jedoch hält man bei den Vermietern der syrischen Familie für durchaus wahrscheinlich - zumal die Bewohner des Hauses an der Burger Landstraße bislang keine solchen Schäden registrierten. "Bei uns ist noch nie etwas Vergleichbares geschehen", sagte am Montag Michaela Dorn, die die ersten Löcher an ihrer Hausfassade am Donnerstag der vergangenen Woche entdeckte und umgehend die Polizei verständigte.

Tatsächlich blieb es aber nicht bei diesem einen Vorfall. Wenige Tage nach der ersten Attacke bemerkten die Bewohner des Hauses erneut Schäden an der Außenwand des Gebäudes. "Wieder wurde die Fassade beschädigt", berichtete Michaela Dorn, die sich nicht vorstellen kann, wer hinter den Angriffen stecken könnte.

Unterkriegen lassen will sie sich davon aber nicht. Augenblicklich ist lediglich die eine Familie aus Syrien an der Burger Landstraße untergebracht, die laut Michaela Dorn von den Vorfällen nichts mitbekommen hat. Weder die Erwachsenen noch die Kinder der Familie seien geschädigt worden, sagte die Wohnungseigentümerin, die plant, auch in Zukunft Flüchtlingen ein neues Zuhause zu bieten. So soll demnächst noch eine weitere Familie aus Syrien in ihr Haus einziehen, betonte Michaela Dorn.

Die Polizei bittet derweil Zeugen, die am Donnerstag im Bereich des Hauses Burger Landstraße 74 verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Rufnummer 0202/284-0 mit den Beamten des zuständigen Kriminalitätskommissariats in Verbindung zu setzen.

Quelle: RP
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